Aufwiederhähnchen in Grellingerhausen (BAB)

Twitter ist doof. Aber neulich ist mir es gekommen, nämlich, dass man ohne Twitteraccount gar nicht mehr jemandem erzählen kann, dass man was gebloggt hat. Also, man kann das schon jemandem erzählen, aber der (m/w/trans) ist dann nicht im Internet vertreten und interessiert sich einen Scheiß für Blogs. Allerdings: Mit einem Twitteraccount bloggt man nichts, weil man ja jeden Gedanken, bevor er zum Konstrukt wird, schon Leuten erzählt hat, die das null interessiert, weil, sie interessieren sich nur für sich oder für nichts. Das kann ich wohl behaupten, denn so geht es mir bisweilen auch. Aber dann: Ich kann es ändern. Ich kann anders sein. Ich kann schwarze Milch trinken und es Kakao nennen. Twitter verrecke, damit wir leben können. Ich kann mich bewegen ohne den Raum zu verlassen. Die Zelle fährt, und so. Ich möchte aber nicht mehr jeden Scheißgedanken irgendjemanden vortragen. Nicht mehr. Nie mehr. Ich will es filtern. Durch den Pinsel, durch Lektorat, durch Gedanken machen. Und so. Ich will nicht. Ich muss. Du bist tot, wenn Du alles ungefiltert raushaust, tot im Kopf und irgendwann in der Seele und dann erzählst Du passiv-aggressiv von Deinen Verletzungen auf dem Kurznachrichtendienstweg und kannst noch nicht mal mehr den Telefonhörer in die Hand nehmen und Deine Anklage vortragen und Gehör suchen und die Dinge regeln. Du kannst nur komplizierte Botschaften verzapfen, Du kannst Fake-Accounts eröffnen und Menschen trollen. Ja, Du, das kannst Du. Ich kann das auch. Das kann ja jeder. 1967: Ich werde geboren – ungefragt – und dann gehe ich um, mit einem Hut und bettel um Gunst und Liebe und Werweißwasnoch. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Also muss ich jetzt folgendes tun: (das ist mir letzte Nacht gekommen) Ich muss den alten Account nehmen und ihn @blogroyal nennen und meinen Blog und meinetwegen den Podcast oder die Ausstellung oder die Zeitung verkünden. Wen das halt interessiert. Das was ich mache. Sons nix. Ich will kein Mensch mehr sein, nur noch Linkschleuder. Verlasst das Schiff, wenn Ihr schwimmen könnt, ersauft meinetwegen, aber so wird es geschehen. Das ist alles, was ich noch machen kann. Und dann war aber @blogroyal schon seit November 2007 besetzt und dann dachte ich, was soll das eigentlich und dann habe ich einfach mal das Passwort angefordert, aber nur so zum Spaß und dann habe ich festgestellt, dass der Account ja mir gehört und da habe ich ja vielleicht Augen gemacht. Hahahaha! Lol. Mir war schon immer, dass ich mich irgendwann 2007 da angemeldet habe, aber irgendwie wusste ich nicht mehr unter welche Namen. Aber was macht man denn jetzt mit einem Account, dem niemand folgt. Ich weiß was zu tun ist. Ich nenn das alles um. Das ist auch ein bisschen albern. Ich bin eigentlich ja ein alter Mann. Herrjeh. Selbst Bundesligatrainer sind jünger als ich. Naja. Scheiß Internet. Warum bin ich da bloß hingegangen?!

Zur Sonne

Das Netz sirrt. Es kreischt im Kopf. Es schreit mich an. Es redet und redet und redet und ich weiß, dass das Netz auch ich selbst bin. Das macht mich irre. Wie die Katze sich in den Schwanz beißt. Wie alles sich dreht. Sich kaputt dreht, rumpelnd, klappernd, wie ein kaputter Kreisel. Doch aber der Kreisel dreht sich immer weiter. Immer und immer weiter. Und Du weißt, Du könntest wegschauen. Aber Du weißt auch, dann wäre es trotzdem da und weil Du die Büchse der Pandora schon geöffnet hast, weil Du schon reingeschaut hast, in das unendliche Buch des Daseins, willst Du auch wissen, wie es weiter geht.

Michael Ende hat mal in „Die unendliche Geschichte“ versucht, das Nichts zu beschreiben. Doch es ist unbeschreiblich. Beschriebenes Nichts ist nicht mehr nichts. Dann ist es ja da. Das ist ungünstig für den Autoren, aber es ist gut für die Phantasie. Man sollte das Nichts nicht beschreiben müssen. Schließlich ist es ungefähr das, was am Ende des Weltalls vorherrscht, und für all die tapferen Atheisten ist es das, was am Ende unserer Tage auf uns wartet. Nichts. Das ist nicht wie Einschlafen, das ist das Vielerlei, das zutiefst frustrierende und unwiderrufliche Ende. Wer das dem Leben vorziehen will oder muss, der hat womöglich alles schon zu Ende gedacht und gefühlt. Eventuell ist das für die Zurückgebliebenen und die glücklicherweise Unbetroffenen unvorstellbar, aber das gibt es und dann sind alle Tipps und Hinweise, wie schön das Leben ist, wie viele Menschen einem fröhlich von Brücken zuwinken, wie geil der Cheeseburger im nächsten Burger-Restaurant ist, das schon in vier Monaten wieder die Pforten schließt, nur noch ein befremdlicher, sehr, sehr ferner Gedanke. Dann ist doch alles schon gesagt. Als ich heute den letzten Tweet von jemanden las, der müde und am Ende des Denkens zu sein schien und wie die Menschen in dem Thread unter dem Tweet hofften und ratschlugen und Tipps gaben und flehten und flehten und den Ast suchten, die sie ihm in die Speichen werfen könnten, da war ich einen Moment gerührt von all dieser Hoffnung. Doch da hatte er seine Ankündigung schon in die Tat umgesetzt. Ganz kurz und knapp war die Meldung der Polizei, nur mit einer Telefonnummer versehen. Keine Erklärungen, keine Mutmaßungen, noch nicht mal Mutmaßungen über Mutmaßungen waren zu lesen. Diese ganze Hoffnung, manchmal naiv, manchmal sich selbst in diese Tweets hinein kritzelnd, manchmal kindlich, unschuldig, liebevoll, maschinenhaft, puppenhaft, schamhaft, umständlich, direkt, diese so voller Hoffnung seienden und manchmal nicht zu Ende gedachten Tweets hörten aber nicht auf, weil die Leute die Nachricht des Todes nicht sofort vernommen haben und so also immer weiter schrieben und hofften, noch über den Tod hinaus… doch alles war zu spät und rum und Ende und aus. Da muss man Luft holen und dann verblüfft, manchmal ungelenk, manchmal ehrlich und aufrichtig, manchmal klassensprecherhaft einen letzten Tweet raushauen. Doch dann wirkt das manchmal so armselig angesichts der ungeheuren Dimension der Wirklichkeit und der Unwiederbringlichkeit. Doch trotzdem sah ich da, wie Schneeglöckchen im verharschten Schnee, Hoffnung, Liebe, Freundlichkeit, ja Menschlichkeit in diesem kalten, abgeschmackten, zugewüsteten, abgestandenen sozialen, ach so unsozialen Netz. Diesem Netz mit all seinen ungeschriebenen Regeln und Vorschriften, wie man sein muss, wie man sein müsste, wie man selbst nicht sein kann, aber der andere sein soll, wie man selbst es bereut, dass es so ist, weil das alles so unabdingbar geworden ist, aber so sind nun mal diese Regeln, die wir uns selbst in endlosen Tweets und Posts um die Ohren geschrieben haben, bis wir das alles selbst geglaubt haben und dachten, wir müssten das jetzt leben. Bis wir vor dieser Vase Internet stehen, die nur noch durch ein paar Kaugummis und Klebestreifen vor dem letzten Scherbenhaufen zusammengehalten wird. So erscheint es mir.

Und da sind dann die Parolen, dass „wir“ zusammenhalten und auf einander achten müssen. Für einen Tag. Für ein paar Stunden. Bis zum nächsten Troll, bis zur nächsten verachtenden Randbemerkung. Bis zur nächsten Ausfahrt. Bis zum nächsten Paragraphen, der uns zum Beispiel vorschreibt, dass man niemals nachfragen darf, warum man gerade entfolgt, entfreundet, gekickt, ausgeladen wurde. Man muss hart sein. Cool soll man sein. Unanstrengend. Üble Nachrede soll man aushalten, schweigen, so tun, als hätte man sie nicht gelesen, weil, sonst hätte man sie ja gelesen, schwach im Moment, sich auf die andere Seite seines Netzes begeben und durchs Schlüsselloch geschaut. All das. Und dann ist da der Moment, in dem der Krokus blüht am Ende des harten Winters. Die Hilfsbereitschaft mit den #offenenTüren am Freitag in München, der sinnvolle safety check auf Facebook, die geraden, warmen, alles richtig gemacht habenden Meldungen der Münchner Polizei oder auch die Hoffnung, all die Hoffnung, die Anteilnahme heute zum Anlass des Todes des „jungen“ Mannes.

Mag die Nähe auch nur netznah, social media-oberflächlich sein, weil sie das nur sein kann, weil mehr vielleicht noch nicht geht…Aber immerhin. Immerhin. Ich will nicht von Hoffnung schreiben, weil das sämig, naiv und abgeschmackt ist. Ich will nicht vom Guten schreiben, das mal sein könnte und an das aufgegeben zu glauben, ich noch nicht habe. Ich will nur mal kurz die Hand heben und irgendwie was Tröstliches meinen, mal mit der Wunderkerze winken. Ein bisschen was glauben, entdeckt zu haben. Mal kurz sagen, ja, ich habe es auch gesehen. Es war nur ein Funke und wenn ich gleich ins Netz schaue, dann wird da noch lange kein gutes Feuer brennen. Aber dieser Funke…

Und wo kriege ich jetzt auf die schnelle Grillanzünder her?

Fußi-EM 2016 / Geil Finale ohne uns

Ich habe es im Internet nachgelesen. Es ist gut, dass „wir“ nicht im Finale sind. Und es heißt auch nicht „wir“. Es heißt „die“.  Und bitte nicht den Wunsch, dass eine bestimmte Mannschaft ein Fußballspiel gewinnt, mit einem Wunsch nach Beherrschung der Welt gleichsetzen. Ich habe ja schon einiges dazu gesagt. Ich habe aber auch keine Lust, hier das Ironiefähnchen zu verwenden und bitte deshalb meine 2.731 Leserinnen und Leser, mal einfach davon auszugehen, dass ich die Gefahren von Nationalismus und kulturellen Überbordungen kenne. Wir können das nicht in einem Fußballblog besprechen. Da braucht man andere Zuhörer. Zuhörer, die in meiner Internetblase nicht stattfinden, weshalb man ja auch immer sich gegenseitig bestätigt, dass man „auf der richtigen Seite“ ist. Ich befürchte nur, dass man niemanden erreicht, den man eigentlich erreichen müsste. Deshalb sage ich es nun frei von der Hühnerleber: VERDAMMTE SCHEISSE!!! ICH HABE MICH SO AUF DAS FINALE GEGEN PORTUGAL GEFREUT UND WIR JA VERDAMMT NOCHMAL ICH SAGE WIR OBWOHL ICH NULLKOMMANIX MIT FUSSBALLSPIELEN AM HUT HABE UND AUCH SONST ABER WIR WAREN DOCH DIE BESSERE MANNSCHAFT UND DAS WAR DOCH TOTAL UNGERECHT SCHIEDSRICHTER TELEFON MEEEH!!!

PORTUGAL vs. FRANKREICH
Ich bin jetzt aus lauter Bockigkeit für Portugal. Mal abgesehen, dass ich Christiano dem Vielgescholtenen diesen Titel mal wünsche. Und es ist mir auch egal, wie die gespielt haben und eigentlich nur gegen Wales mal so richtig gewonnen haben. Na und. Das haben die Italiener 1982 auch. Nur scheiße gespielt und am Ende Weltmeister werden. Oder Deutschland 1980, 1982, 1986… Ich will die Wurst mit den Fettkugeln nicht umsonst in das portugiesische Korkwäldchen geworfen haben. Mich haben die Portugiesen immer gut behandelt. Der Portugiese unten am Gutenbergplatz in Wiesbaden, der war immer vorzüglich. Ja, ich weiß, die französische Küche ist schon was anderes. Alles ist besser in Frankreich. Aber das ist mir heute egal. Mir geht auch Didier Deschamps und dass alle sagen, dass er so perfektionistisch sei, auf den Sack. Das ganze Bla Bla. Fußball mit Leuten aus dem Internet, die alle überhaupt nicht die blasseste Ahnung haben von Fußball und die nur Béla Réthy in die Pfanne hauen, aber bei genauem Nachfragen gar nicht wissen, warum. Ich fand Claudia Neumann auch gut und „Steinschweiger“ heißt der Spieler ja nun wirklich nicht, aber vom Sachverstand her, gibt es doch da nicht viel zu meckern. Das Gemecker geht mir auf den Sack. Mit Twitter das zu kukken ist wie Public Viewing. Und die ganzen Heulsusen, die kein Fußball kukken, gehen mir ebenso auf den Sack mit ihrem Rumgeheule. Ich habe doch weitestgehend irgendeinen offiziellen Hashtag verwendet, da kann man das doch muten. Ich beschwere mich auch nicht über die Idioten, die „Bauer sucht Frau“, „Schwiegermutter Dingsbumms“ oder „Heidi Klum sucht ihren Verstand im Hintern von kleinen unsicheren Mädchen“ schauen. Das kann man doch wegmuten. Was soll denn das Geflenne??? Und heute Abend sind alle wieder nur für Portugal, weil die Franzosen die Deutschen besiegt haben. Jedoch, dass die Portugiesen mit der inzwischen 127. Goldenen Generation seit Eusebio endlich mal was gewinnen müssten, das interessiert natürlich wieder keine Sau.

Und deshalb schießt irgendjemand irgendwann ein Tor für Portugal und dieser irgendjemand ist irgendwie dann doch Christiano Ronaldo und zwar in der 91. Minute. Es ist alles immer irgendwie in der letzten Minute. Man muss geduldig sein. Aber dann schließt sich der Kreis. Ich war nie ein Fan davon, dass Griechenland mit diesem Fußball und diesem Trainer Europameister wurde. Obgleich ich meistens für den Underdog bin und auch Griechenland und die Griechen an sich ganz knorke finde. Ja, auch die Griechinnen. Na klar. Und griechisch essen gehe ich viel öfter als portugiesisch. Das liegt aber alleine daran, dass an jeder Ecke ein griechisches Restaurant steht. Was soll man da machen?! Aber die hätten nicht gewinnen dürfen. Und was hat der Christiano Ronaldo damals geweint. Was hat der Junge geweint. Das will ich nicht nochmal erleben. Das hat mich geprägt und deshalb muss Portugal gewinnen. Ist doch klar. Dass der Junge wieder lachen kann. Was sind all die Titel mit Real Madrid wert? Nichts, wenn man mit seinem Land nicht mal einen Eumel gewinnt. Das muss doch auch mal sein. Die Franzosen können ja Kochwettbewerbe gewinnen oder im Contest wer das perfekteste Land, so von der Landschaft her, hat. Oder in der Liebe können sie Weltmeister sein oder diese putzige Sprache, da sind sie doch ganz vorne. Und wir fahren in ein paar Wochen auch nach Paris und werden das Land huldigen und eine James Bond-Ausstellung besuchen. Da brauchen sie nicht traurig zu sein. Aber gleich, ja gleich, da wird Portugal Europameister.

Weil ich es so will und weil ich es sage. Und jetzt halte ich die Luft an, bis die Sache nach meinem Willen gelaufen ist. Bis gleich.

Fußi-EM 2016 / Der geile Lurch

Wir haben einen Lurch. Den haben wir gerade neu gekauft. Den alten Lurch haben wir der Gräfin geschenkt. Naja, alt war der alte Lurch auch nicht, aber halt drei- oder viermal haben wir damit schon gelurcht. Zum Spiel für heute Abend empfehle ich folgendes Rezept: 4 Zucchini durchlurchen zu spaghettiesken Fäden. Das Ganze salzen und in die Ecke stellen. Das Salz entzieht dem Dings die Flüssigkeit, denn sonst wird das Ganze lätschig. Oder heißt es es lädschig? Nee, hört sich noch blöder an. Naja. Und dann Tempuramehl ansetzen. Dazu nimmt man 150ml eiskaltes Wasser, das Eiweiß eines Eis und 150gr Tempuramehl. Das ganz mit dem Mixer (es muss um Himmelswillen kein Scheiß Thermomix sein) durchquirlen. Gerösteten Knoblauch hinein schmeißen und dieses seltsame chinesische Gewürz, von dem ich gar nicht weiß, was darinnen ist, da es only auf chinesisch darauf verzeichnet ist, auf jeden Fall davon ordentlich rein, gesalzen sind die Zucchini ja schon und die durch das salzen entstandene Flüssigkeit haben Sie sicher schon fortgeworfen. Das ist auch richtig so. Dann das ganze zusammenmengen und ab in die vor Öl strotzende Pfanne und ausbacken. Man kann auch weniger Öl nehmen, dann bleibt man länger schlank, wie Mayo Götze.

Das auf dem Bild ist übrigens ein Frosch und kein Lurch.

DEUTSCHLAND vs. FRANKREICH
Das ist auch Schland gegen Kreich, wenn man es genau nimmt. Und ich kann Ihnen an dieser Stelle was verraten: Der Franzose hat keine Schongse. Oder wie Franz Beckenbauer sagen würde: Ja gut, der Franzose hott keine Schaas. Und das ist auch meine Meinung. Der Franzose hat die Räume viel zu offen und das kommt unter anderem daher, dass der Franzose nur darauf bedacht ist, vorne herum zu glänzen und zu leuchten und hinterher, nach getaner Arbeit, bestimmte Posen an der Eckfahne zu vollführen. Das geht schief, denn der Deutsche ist ja eine geschlossene Mannschaft und im Packing der King of the Rasenplatz. Alleine die Packingrate von Toni Kroos ist der absolute Klopper. Und dann rackert der Deutsche ja auch gerne und er beteiligt sich an der Abwehrarbeit, wie als wäre er der Libero. Mesut Özil läuft dabei immer so lustige Bögen auf dem Platz. Darauf müssen Sie unbedingt mal achten, bevor und nachdem Sie in Ihre Wurst gebissen haben. Mein Tipp: Schlingen Sie nicht so! Naja, und weil das alles so ist, werden hinten beim Franzosen die Räume groß und der Deutsche kann dort hineinstechen wie bei der Maioffensive bei Padua 1916, um hier mal ein bisschen Kriegsromantik ins Spiel zu bringen. Kriegsromantik ist immer gut (hier bitte mehrere Ironiefähnchen denken, denn, wie sich der Leser (m/w/trans) sicher vorstellen kann, verabscheue ich den Krieg, sowie Gewalt und Würstchenwerbung mit erbärmlichen Komikern zutiefst). Wenn ich mich mit Krieg auskennen würde, hätte ich hier sicher ein geeignetes Frankreichmotiv gezeichnet. Aber Padua ist ja auch gut. Merken Sie sich das für später, wenn der Deutsche den Italiener bei der WM in Russland bezwingt. Das wird kommen. Hier, ich mein ja nur. Naja und dann kommt es wie es kommen muss und endlich schießt Thomas Müller sein erstes… LOL… nein, das ist natürlich grotesk. Thomas Müller schießt bei dieser EM kein Tor. So viel darf ich jetzt schon verraten. Thomas Müller bindet jedoch drei bis vier Franzosen an sich und so kann Julian Weigl, bei seinem ersten EM-Einsatz aller Zeiten, sein allererstes EM-Tor schießen. Danach ist der Franzose so was von erledigt, dass er sich am Spielfeldrand genüsslich ein Fröschchen brät oder einen Storch. Der Franzose ist ja ein Genussmensch. Naja und ab da ist Polen offen und der Deutsche schießt in Person von Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Leroy Sané (Hier, Joghurt Löw, ich sach’s ja nur) noch drei Tore und dann steht es plötzlich 4:0 und dann ist ja auch schon alles egal. Was soll man machen? Wir können ja trotzdem Freunde bleiben. Und das sollten wir auch. Ich mag Frankreich und fast alle Franzosen und auch das Essen sowie das Trinken und die Luft, die Berge, die Ziegen in allen Aggregatzuständen und ich mag Sie, liebe Leserin und lieber Leser (m/w/trans). Sogar sehr, sehr gerne.

BRD vs. Frankreich 4:0. So ist es und so bleibt’s, in der engen Hose reibt’s.

 

Froschfoto: ©-mmilliman – fotolia.com

Fußi-EM 2016 / Aaah, der geile Herr Bale

Also in „America Psycho“ fand ich den Gareth Bale schon nicht schlecht, aber noch besser fand ich ihn in „The Machinist“. Naja. Es gibt Scherze, die sind so derart abgelutscht… Verwechslungskomödien zum Beispiel.

Wir hatten eben Austern zum Mittagessen in der Kantine. Also in der Minikantine, die allein von Frau Schürer erfunden, gebraten, auf den Tisch gestellt und wieder abgeräumt wird. Da gab’s heute Austern, die ich uns bei meinem Lieblingslebensmittelonlineshop bestellt habe, welcher Bosfood heißt und von Ralf Bos geführt wird. Bosfood habe ich gefunden, als ich mal nach einem alten Klassenkameraden gegoogelt habe, der Ralf Bös hieß und womöglich noch heißt. Jener Ralf Bös hatte in unseren Kindertagen das Lieblingsessen „Frühlingsrollen mit Saté“. Aus einem einfachen Haushalt stammend, konnte ich mir weder vorstellen, was Frühlingsrollen sind, noch was Saté ist. Er sprach Saté immer aus wie man Erik Satie ausspricht. Also nur das Satie von Erik Satie, sonst wär’s ja albern. Mein Lieblingsessen war damals Bratwurst mit Pommes Frites. Das muss man sich mal vorstellen. Bratwurst mit Pommes Frites habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Es gibt ja heute kaum noch Pommesbuden und wenn ich essen gehe, esse ich alles, aber doch keine Pommes Frites, dazu bin (mir) ich viel zu fein. Ich speise nur noch Austern aus Austerlitz. Ralf Bös, wenn Du das hier liest, bitte melde Dich (huck[at]stijlroyal[dot]com).

PORTUGAL vs. WALES
Es ist ja wohl zu erwarten, dass Fernando Santos wieder diesen furchtbaren Fußball spielen lässt. Ja, ich weiß… Taktik. Natürlich ist dieser Fußball total geil, nur, ich erkenne das so schlecht. Ich habe schlechte Augen. Vielleicht passt sich Wales dieser Spielweise ja an. Das macht man ja heutzutage so, sich dem Gegner anpassen. Nur frage ich mich da, wer passt sich eigentlich wem an? Eventuell müsste sich Wales Portugal anpassen, weil Portugal Heimrecht hat. Oder wird das gelost oder geht das nach Weltrangliste? Warum muss sich eigentlich Deutschland dauernd seinen Gegnern anpassen und nicht umgekehrt. Soll man sich das eigentlich gefallen lassen, als kleiner Mann auf der Straße?! Ich weiß ja nicht. Also, ich bin da skeptisch. Naja, gehen wir mal vom worst case aus und Wales passt sich also dem Spieldingens von Portugal an, dann wird das alles im Elfmeterschießen enden. Ich weiß es genau. Elfmeterschießen ist ja im Prinzip toll und so gerecht. Nur die Zeit bis dahin zieht sich wie portugiesische Salami mit Fettkugeln. Naja, nun habe ich ja alles schon gesagt. Es ist ja jetzt schon alles klar. Es kann keinen Sieger geben. Das Elfmeterschießen zieht sich bis viertel vor Fünf in der Früh und der Einzige der dann noch kann, ist Christiano Ronaldo, weil, der ist ja durchtrainiert bis ins Mark. Der kommt immer als erstes und geht als letztes. Das hat mir Mesut Özil neulich erzählt. Wie das mit Christian Bale ist, weiß ich jetzt gar nicht. Krass übrigens, dass die beide Christian heißen. Am Ende sind die verwandt. Naja. Vielleicht auch nicht. Muss ja auch nicht sein. Aber die Möglichkeit besteht ja theoretisch.

Und also geht das Spiel heute Abend folgendermaßen aus: In der 4. Minute schießt der künftige Ersatzbankkandidat bei Bayern München, Renato Sanches, aus Versehen das 1:0. Das erwischt die Portugiesen aber dann voll auf dem falschen Fuß, hatten sie sich doch zuvor geschworen, kein Tor in der regulären Spielzeit zu schießen, um das Spiel angenehm schläfrig zu gestalten. Wir Fußballfans schlafen ja auch viel zu wenig. Also gut, denken sich die Portugiesen, da können wir ja hintenraus komplett die Hütte abriegeln und da lassen wir doch die Waliser schön in einen Konter nach dem anderen laufen. Die Waliser allerdings riechen den Braten und machen einen auf kontrollierte Offensive (Otto Rehhagel), was auch von Erfolg gekrönt ist, denn so machen sie in der 91. Minute durch einen Kopfballdings von Hal Robson-Kanu den Ausgleich klar und nur dadurch erlangt das Spiel ja in die quälende Verlängerungsrunde und wir müssen uns nochmal 30 Minuten anschauen, wie Christiano Ronaldo innerlich und äußerlich verwelkt. Aber dann, im Elfmeterschießen, nimmt Ronaldo das Heft in die Hand und semmelt alle 5 Elfmeter höchstpersönlich dem Rui Patrício unter die Latte (hihihi) (Sie wissen schon) und… KRA$$!!!! Auch Christian Bale stammt aus Wales. Genau wie Tom Jones… ich raste gleich aus. Das ist doch jetzt kein Zufall. Das kann kein Zufall sein. Na, dann sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Wales gewinnt mit 3:0 (alle Tore Christian Bale) und zieht ins Finale gegen die Franzosen ein, wo es dann…

Aber ich will nicht zu viel verraten.

Fußi-EM 2016 / Geilheitson

Also, das war ja gestern nicht zum Aushalten. „So was möchte ich nicht nochmal erleben“ vs. „Wegen sowas guckt man den Kram doch überhaupt“. Natürlich mussten die Unvermeidlichen wieder schwadronieren, dass das dann doch ein würdeloses Ende sei. Ein würdeloses Ende ist das Ende an sich. Das Ende aller Tage, das Ende vom Leben, das Ende der Würde, das Ende einer Ente eventuell auch, aber ein Elfmeterschießen ist doch so was wie „Vom Winde verweht“ oder „Antropophagus 2“. Das muss doch auch mal sein. Und fragen Sie mich jetzt nicht, was das für ein Beitragsbild hier ist. ES HAT SCHON SEINEN GRUND!!!

FRANKREICH vs. ISLAND
Natürlich möchte man dann heute Abend kein Franzose sein, es sei denn man ist Franzose, da fällt es ja nicht weiter auf. Ob überhaupt, mal von Fred Valin und den Franzosen abgesehen, heute irgendjemand für Frankreich ist? Selbst die hartnäckigsten Ich-bin-dagegen-Sager (m/w/trans) sind heute vor den Bildschirmgeräten vereinte Isländer. Island hat noch nie so viele Einwohner gehabt, wie heute Abend. Und vielleicht am Donnerstag, wenn dann die Isländer gegen die Deutschen verlieren, aber da bin ich dann doch nicht für die Isländer.

Ich weiß noch, wie ich mal beim EM-Finale mit Tuborg Bier, Prince Denmark-Zigaretten und einem Dannebrog bei einem Public Viewing für Dänemark war. Als dann die Dänen gewonnen haben, bin ich schnell nach Hause gegangen. Es war deprimierend.

Naja, sagen wir mal, ich bin für die, die besseren Fußball spielen. Wenn die deutschen Jungs „es“ vergurken, braucht man ja auch nicht traurig zu sein und dann freue ich mich für die Isen. Ich habe die letzten Tage ein paar Nazis im Netz gefunden, die waren allesamt gegen die deutsche Mannschaft, wegen des Negers und dem Ausländer an sich, der bei „uns“ mitspielt. Damit konnten sie sich nicht identifizieren. LOL.

Also, ich war ja schon immer Fan des isländischen Fußballs und hatte schon als Kind Wimpel von FH Hafnarfjörður, ÍBV Vestmannaeyjar (der Verein aus dem Ásgeir Sigurvinsson hervorging) und Breiðablik Kópavogur über meinem Kinderbett hängen. Überhaupt… Ásgeir Sigurvinsson. Ohne den wäre doch der verdammte VfB Stuttgart 1984 niemals Deutscher Meister geworden. Weder 1984 und 1992 SCHON MAL GAR NICHT!!! Und wer weiß schon, dass die englische Torwart-Legende David James (LOL) mal beim ÍBV Vestmannaeyjar zwischen den Pfosten stand?

Und Frankreich? Naja. Nur ein Beispiel: Der so semigroße Didier Six fristete ein elendes Dasein beim Zweitligisten VfB Stuttgart und sogar (da musste ich sogar ein bisschen weinen) beim VfB Leipzig. Och jöh. Niedlich. Die stellten 1903 den ersten deutschen Fußballmeister. Naja. Aber da war Didier Six ja quasi noch flüssig. Da ist er, sozusagen, im Rückgrat seines Vaters Aufzug gefahren. Aber das ist alles lange her. 1998 ist auch lange her. Ein damals geborener Mensch, darf im Deutschland des Jahres 2016 Auto fahren, wählen gehen und Schnaps in sich rein schütten, als wäre die Leber nur ein schlapper Lederball auf dem Speicher von Tante Olga. Wer erinnert sich noch an Fabien Barthez, Laurent Blanc, Marcel Desailly, Bixente Lizarazu, Lilian Thuram, Didier Deschamps, Christian Karembeu, Patrick Vieira (der Bildhauer), Zinédine Zidane, Thierry Henry und David Trezeguet? Ja gut, in Frankreich jeder und auch sonst fast jeder, aber was haben die Franzosen sonst für uns getan? Na, bitte. Da haben wir’s doch.

Und deshalb gewinnt Island mit einem Tor in der 91. Minute durch ein Tor von Jón Daði Böðvarsson. Und wenn ich den 1. FC Kaiserslautern nicht so furchtbar fände, würde ich mich sogar darüber noch mehr freuen, als ich es eh schon tun werde und darauf können Sie einen lassen.

Beitragsbild: © nikhg – fotolia.com

 

Fußi-EM 2016 / Arrivederci Torino

Man muss sich nichts vormachen. Heute ist Endstation. Ab 22:45 Uhr wird geweint, vielleicht auch ab 23:15 Uhr. Eventuell auch nach dem Elfmeterschießen.  Auf jeden Fall wird morgen auf Halbmast geflaggt und geflennt. Natürlich nicht beim Italiener. Aber beim Deutschen. Warum sagt man eigentlich nicht „Ich geh zum Deutschen.“, wenn man Jägerschnitzel essen geht? „Da drüben ist mein Lieblings-Deutscher!“ sagt man ja nicht, oder? „Beim Deutschen um die Ecke…“. Und man spricht auch nicht den Deutschen beim Vornamen an: „Hey Horst, mach mir mal einen schönen Schnaps, gebrannt aus ausgepresstem Weintraubenabfall und danach hätte ich gerne ein Springindenmund, aber flott!“ Macht man nicht. Weil wir uns fremd sind. Und obwohl wir uns fremd sind, flennen wir rum, wenn der Ausländer kommt und uns ein bisschen Wärme und Geborgenheit schenkt. Weil wir mit Gefühlen nicht umgehen können. Außer jammern natürlich. Das Gefühl des Jammernmüssens, dass kennt der Deutsche gut. Und heute Abend darf gejammert werden. Endlich. Am Montag bricht die Wirtschaft zusammen. Aber, hey, was soll’s?! Es kommen auch wieder bessere Zeiten.

DEUTSCHLAND vs. ITALIEN
Der oft nicht um sehr, sehr schlichte Antworten verlegene Thomas Müller hat neulich gesagt, dass er sich nicht vor den Italiener fürchtet, weil, der helfe einem immer auf, wenn er einen umgerempelt hat. Da mag was dran sein. Außerdem habe das Spiel heute nichts, aber auch gar nichts mit den Spielen zuvor zu tun und es gibt auch keine realistische stochastische Auswertung, die besagt, dass man heute Abend auf jeden Fall verliere. Und da hat Thomas Müller Recht. Heute ist eine andere Zeit. Jeden Tag ist eine andere Zeit. Harald Schumacher, Uli Stielike, Bernd Förster, Karlheinz Förster, Hans-Peter Briegel, Manfred Kaltz, Paul Breitner, Wolfgang Dremmler, Horst Hrubesch, Karl-Heinz Rummenigge, Hansi Müller (LOL), Klaus Fischer und Pierre Littbarski stehen heute auch nicht auf dem Platz. Bei manchem dieser Namen mag man sagen: Ein Glück! Ich konnte nie was mit Karl-Heinz Rummenigge anfangen. Heute schon gar nicht. Der deutschen Mannschaft stehen 11 (+Einwechselspieler -Auswechselspieler) Italiener gegenüber, die alle schon den Bau der Cloaca Maxima oder des Jupitertempels miterlebt haben und man kann froh sein, wenn die Herrschaften nicht über ihre Togen stolpern. Allerdings verfügen diese Herren über außergewöhnliche Fähigkeiten und sind top banana in den Packingcharts. Da muss man aufpassen. So verfügt der Mittelfeldspieler Daniele De Rossi über die nicht zu unterschätzende Fähigkeit Tore zu schießen, was er in 108 Länderspielen auch prompt 18x mal unter Beweis gestellt hat. Da muss man aufpassen. Ebenso beschlagen ist der Stürmer Graziano Pellè, der in nur 14 Spielen bereits 6 Tore geschossen hat, was für einen Italiener einer Gerd Müller-esken Übernatürlichkeit nahe kommt. Doch damit nicht genug: So haben sowohl Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini, Matteo Darmian, Mattia De Sciglio als auch Angelo Ogbonna in jungen Jahren eine Ausbildung zum Maurer gemacht und da mit summa cum laude abgeschlossen. Da hat Antonio Conte die Qual der Wahl. Ehrlich gesagt, sehe ich da keine Schongse für den Manuel und seine germanischen Kumpels von nördlich des Brenners. Deutschland verliert also 0:0. Auch nach Elfmeterschießen steht es 0:0, aber dann beschließt der japanische Schiedsrichter und Skispringer Viktor Kassai, dass Deutschland nun die Heimreise antreten muss und während Joachim Löw noch an seinen Fingern riecht, die diesmal nach Lavendel duften, kommt auch schon der Bus, den Mario Götze verpasst, weshalb er nach Hause laufen muss.

tl;dr
Es geht gleich atemberaubend los und Thomas Müller schießt endlich sein erstes Eigentor. Die italienische Abwehr, vom Lachen noch nicht erholt, wird da auch schon von Joshua Kimmich und Leroy Sané überrannt, die für den Ausgleich in der 11. Minute sorgen. Von da ab geht’s bergauf und die Deutschen gewinnen durch Tore von Mario Gómez, Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger (die sich danach ihre Liebe eingestehen und heiraten) sowie Julian Draxler mit 5:1.

Fußi-EM 2016 / Grüne Soße mit Pommes

Mal was ganz anderes:

Mein Rezept für Grüne Soße geht so: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch grob schneiden. 400 Gramm Joghurt, 200ml Milch, 200ml Wasser, Salz, umrühren. Fertig. Mutet an wie Ayran mit Kräutern oder salzige Milch mit Gras. Finde ich aber großartig und ist ungefähr so toll wie Käsekuchen mit Rosinen. Ich kenne allerdings niemanden, außer mir, der das (gerne) isst. Selbst die Frau, die hier wohnt, steckt sich symbolisch immer den Zeigerfinger in den Mund, um mir so „Erbrechen“ zu signalisieren, wenn ich wieder dasitze und Kräuter schneide. Die Frau, die hier wohnt, hat ganz eindeutig keine Ahnung, aber ich befürchte auch Wolfgang Amadeus von Goethe hätte sich gut mit der Frau, die hier wohnt, verstanden.

WALES vs. BELGIEN
Hahaha! Diesmal ist es ganz einfach, denn die beiden Mannschaften trafen ja schon in der Qualifikation zu dieser EM aufeinander. Wales hat zudem seine Gruppe, in der ja auch die starken (LOL) Engländer waren, gewonnen. Also gewinnen die Waliser gegen den Geheimfavorit mit 2:0. Nun. Das war’s dann schon auch wieder. Tschüss, bis morgen.

Aber mal was ganz anderes: Ist Belgien eigentlich jetzt ein Geheimfavorit oder einfach nur ein Favorit? Die Belgier haben ja den Vizeweltmeister von 1954 mit 4:0 nach Haus geschickt. Kevin De Bruyne sah dabei wieder wie ein Lausbub aus und die anderen machten die Tore. Aber ob das auch gegen den Viertelfinalist der WM 1958 reicht, wage ich zu bezweifeln. Zudem hat der Waliser Gareth Bale 91 Millionen Euro gekostet, während hingegen der VfL Wolfsburg Kevin De Bruyne für schlappe 75.000.000 Euro an Manchester City verramscht hat. Den wollten sie wohl schnell loswerden, den Loser. Kein Wunder.

Aber mal was ganz anderes: Es ist ja sicher nicht zu erwarten, dass dieses Spiel hier jetzt ein Feuerwerk der guten Laune wird. Oder doch? Und wenn ja, wer zündet dieses Feuerwerk? In mir ist es völlig empty, wenn ich darüber nachdenke, wer jetzt hier gewinnen könnte. Die Belgier haben ein bisschen übertrieben unaufwändig gegen Ungarn gewonnen. Aber sonst…? Was macht denn eine große Fußballnation aus? Dass sie einen taktischen Fußball hinlegt, den nur Fußballtopcheckerbunnys beim genaueren Hinsehen unter dem Neutronenmikroskop als solchen auch erkennen oder ist es die Disziplin, die ja schon Portugal zu einem milchschnäuzeligen Zombie verwandelt hat, der aber dann noch nicht mal Lust auf Menschenfleisch hat, weil er nichts hat, noch nicht mal Hunger. Nur Angst. Oder sind es Pässe, wie die Italiener sie schlagen, so ungefähr genau auf den Mann, der umringt von 20 Gegnern nur noch verlieren kann, dem also nichts anderes übrig bleibt, als die Pille aus der Luft zu holen und mit der Präzession eines Gyrosgrills nach der eulerschen Kreiselgleichung die Sache in die Hand zu nehmen und bloß JETZT nichts falsch zu machen, denn sonst ist die Packingrate am Kellerboden und die Supporternation liegt sich tränenreich in den Armen. Ist es das? Das werden wir ja morgen sehen. Jetzt aber muss ich zum Ende kommen, denn das Spiel beginnt in wenigen Minuten und ich muss ja noch tippen. Natürlich gewinnt Belgien mit 3:1.

Ich habe eben noch was ganz anderes getippt? Wo denn??? Erstmal nämlich schickt Gareth Bale mit einem Freistoß in der 32. Sekunde die Belgier in das tiefe Tal der Pommes mit Zwiebelsoßetränen und das Spiel dümpelt bis zum Halbzeitpfiff so vor sich hin wie der Medenderbach bei der Igelmondermühle. Dann aber brüllt Marc Wilmots seinen Kabenchor in der Halbzeitpause derart zusammen, dass das Publikum schon tuschelt, wie wenn das Nachbarsehepaar sich gegenseitig das Antwerpener Diamantenporzellan um die Schnüss wirft. Und dann endlich wacht der Belgier auf. Nachdem er noch mal 38 Minuten über das nachgedacht hat, was das Kampfschwein ihm da eben ins Ohr getrötet hat, schießt Toby Alderweireld in der 83. Minute den Ausgleich. Der Rest ist dann nur noch Formsache. Wales gewinnt also mit 1:0 durch ein Tor von Hal Robson-Kanu.

Wie gesagt, Sie können sich auf meine Tipps verlassen, denn ich habe Ahnung.

Fußi-EM 2016 / Die Spielerfrau ist 1 gute Frau von Geilheit her

Hä?!? Ich wollte mal aufrütteln mit der Blog-Headline. Ich wollte mal Fragen stellen. Zum Beispiel nach meiner geistigen Verfassung. Ab wann ist man eigentlich Spielerfrau? Vielleicht ab der Verlobung oder schon au‘, wenn man nur Beischlaf ausübt? Und was kommt dann? Schlecht gelaunt im kanppen Bustier auf der VIP-Tribüne neben Sepp Blatter sitzen und dann auf dem Beifahrerinnensitz im tiefergelegten Auto erstmal zum Meckes. Und dann? Was macht man (m/w/trans) denn dann den ganzen Tag? Fernseh kukken, ficken, Autohauskatalog blättern, nerven, lachen, Heuschnupfen haben, aus dem Fenster kukken? Ich weiß es nicht. Falls eine Spielerfrau unter den Leserinnen ist, bitte melden. Das gilt auch für Spieler- und Spielerinnenmänner. Was zieht man da an? Was übt man da für einen Beruf aus? Ich bitte um Antworten.

POLEN vs. PORTUGAL
Schon wieder zwei Länder, die sich zum Verwechseln ähneln. Ich habe in beiden Ländern je eine Wurst gekauft, die Fettkugeln enthielt. Beide Würste habe ich weggeschmissen. Achtlos weggeschmissen. Ach nun, und aber in Portugal schien die Sonne. Ich habe damals festgestellt, dass man sich nicht mit Seife im Meerwasser waschen kann, weil die Seife sich dann nicht dingst. Dings. Dingsbumms. So verstehen Sie doch! Und ich las damals, als die Nashornkäfer über mich liefen, „Ansichten eines Clowns“ vom Heinz Böllinger und es war gut, jung zu sein und sich nicht darum zu kümmern, wie man je nach Hause kommen soll, so ganz ohne Geld. Ich bin damals mit 50 Mark nach Aljezur getrampt. Es hat vier Tage gedauert und aber auch nur, weil ich irgendwann in Frankreich auf zwei schwäbische Rocker getroffen bin, die mich in ihrem Strichachter mitgenommen haben. Die Fahrt war allerdings sehr umständlich, aber auch lustig. Und die 50 Mark hatte ich nur, weil mir eine persönlich bekannte Prostituierte die 50 Öcken geschenkt hat, weil sie meinte, man könnte nicht so ganz ohne Geld nach Portugal trampen. Das waren noch Zeiten. Naja. Ich schweife ab. Auf jeden Fall ist damit klar, dass ich für Portugal bin. Das hat ja auch immer fußballrechtliche Konsequenzen, wenn man da nicht exakt vorgeht. Ich wünsche mir von Christopher Ronaldus, dass er zwei bis drei Tore schießt, damit er sein Selbstbewusstsein wiedererlangt. Und ich wünsche mir, dass die Menschen da draußen Pepe wieder mögen. So wie früher, als wir noch klein waren. Der Pole kann nicht mehr. Der ist fertig seit dem Spiel gegen die Schweiz. Und der Südpole ist da noch mehr am Ende, als der Nordpole. Das ist tragisch, aber auch nicht zu ändern. Gerade weil Herr Lewandowski auch in der kommenden Saison keinen Titel holen wird, denn da holt ja der BVB das Triple. Das lege ich jetzt mal so fest. Und Portugal gewinnt 4:1, weil endlich mal die Tormaschine anläuft und alle taktischen Zwänge in der Umkleidekabine gelassen werden.

Ach so, das war’s ja schon. Das ist ja jetzt die Zeit mit nur einem Spiel am Tag. Tja, was machen wir denn da? Puuh. Schwierig.

Fußi-EM 2016 / Not gegen Elend

Also. Die Frau hat gesagt, ich soll mal mehr Bilder in mein Blog bauen und so habe ich mir das zu Herzen genommen.

ITALIEN vs SPANIEN
Ach, du lieber Himmel. Jetzt räumen die sich schon im Achtelfinale gegenseitig aus dem Weg. Immer wenn Deutschland (und das geht schon seit der Antike so) auf Italien oder Spanien trifft, fliegt es raus und fährt nach Hause (nur mit dem Unterschied, dass Deutschland in der Antike kein Zuhause hatte). Im Viertelfinale ist es dann soweit. Im Halbfinale wartet dann Frankreich, wenn die gegen England oder Island gewinnen. Das Finale ist ja dann quasi geschenkt. Klingt ja alles nach einem alle 12 Jahre stattfindenden Überraschungs-EM-Ausgang (1980 Deutschland, 1992 Dänemark, 2004 Griechenland). Mal sehen. Also in Spanien war ich schon des öfteren. Aber ich fahre ein italienisches Auto und einen italienischen Motorroller. Außerdem finde ich das italienische Restaurant „Gusto é“ am Marktplatz 13 in Wiesbaden total knorke. Es wird von einem Türken betrieben. Mir hat zwar schon zweimal der valencianische Meister im Paellakochen Paella gekocht und zwar in Callosa d’En Sarriá, was in der Nähe von Guadalest liegt, aber wenn ich in Wiesbaden beim Spanier war, ist immer irgendwas passiert. Mal hat die Küche gebrannt oder, zur WM 1994, verloren die Spanier gegen Italien durch Tore von Roberto Baggio und Dino Baggio (verrückt, was?!) und der Koch verließ beleidigt das Restaurant, was ich verstehen kann. Wer hätte es nicht genau so gemacht. Ein anderes Mal… ach es ist müßig. Wenn ich das davon ableite, dann soll Spanien verlieren. Ich habe mal einen Spanischkurs besucht. Joa… okay. Meine Prognosen sind sehr professionell gestaltet und fundiert argumentiert. Merkt man das eigentlich? Also alles in allem, und trotz allem, was passiert ist, würde ich sagen, dass wir besser gegen Italien im Viertelfinale antreten und ggfl. verlieren sollten. Deshalb glaube ich, ja, ich habe es sogar im Urin und obendrein anhand eines irren Algorithmus errechnet, gewinnen die Italiener im Elfmeterschießen mit 1:0, weil die Spanier verschießen alle Elfmeter und bei den Italienern trifft nur Daniele De Rossi. Der Mann ist in Rom geboren, der spielt schon immer in Rom. Rom ist ewig.

ENGLAND vs. ISLAND
Puuh. Jetzt wird’s echt schwer. Ich bin ja im Prinzip immer für England gewesen, egal was sie für einen Kack spielen und nur wenn sie gegen Deutschland spielten, dann nicht, aber auch nur dann nicht. Aber dieser Brexit macht mich fertig. Ich bin so dermaßen beleidigt, dass ich gar nicht mehr weiß, wohin mit meiner Wut, über diese chauvinistische Dummheit. Das muss bestraft werden. Ich finde es gut, dass der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, gesagt hat, er erwarte den Austrittsantrag der Briten bis Dienstag. Man muss auch mal Druck machen, sonst wird das ja nichts. Und da können die mal sehen, wie das ist, wenn man die Sekte verlässt. Da werden sie sich noch wundern, die Engländer. Aber ich erzähle hier sicher nichts Neues.

Ja, und weil ja Island so ein putzischnutziknuffeliges Land ist, würde ich in diesem Falle mir einen Sieg der Isländer wünschen. Schon alleine, damit der isländischer Reporter wieder so putzischnutziknuffelig ausrastet. Dann kommt halt doch Frankreich weiter und wir müssen im Halbfinale die undankbare Aufgabe übernehmen, den Gastgeber aus dem Turnier zu werfen, weil der Franzos wird dem Isen nichts gönnen und der Ise ist nicht abgezockt genug, gegen diese 5-Minuten-Bouillabaisses zu gewinnen. Ach ja, in Island war ich noch nicht. Da muss ich dringend mal hin. Am besten wir fahren mit so einem geländegängigen Angeber-Wohnmobil durch die Gegend und stopfen drei Wochen lang Blóðmör, Bringukollar, Flatbrauð, Hangikjöt, Harðfiskur, Lifrarpylsa, Lundabaggar, Kæstur hákarl, Laufabrauð, Magáll, Pottbrauð, Rengi, Rófustappa, Rúgbrauð, Selshreifar (Seehundflossen), Súr Sundmagi, Súrsaðir hrútspungar (milchsauer eingelegte Widderhoden), Svið (akjammar) (halber, gesengter Lammkopf), Sviðalappir (schwarzgesengte Lammfüße), Sviðasulta, und natürlich Svínasulta in uns rein. Nein, natürlich keine Seehundflossen. Das ist ja ekelhaft. Die armen Seehunde. Da macht ja auch die Frau nicht mit und dann will ich das auch nicht. Naja und deshalb gewinnen die Isländer mit 5:4 im Elfmeterschießen und die Engländer suchen eine psychotherapeutische Einrichtung in Nizza auf.

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