Meinung Nr. 2f

Neulich sah ich eine fürchterliche Sendung, mit einem fürchterlichen Moderator und da war ein von mir sehr geschätzter und auf eine gewisse Weise lieb gehabter Meinungshaber und ein 32-jährige Moderator kurz vor dem Karriere-Durchbruch und sie hatten beide eine Meinung und der Sohn des Nazis Baldur von Schirach oder war es der Enkel, der Neffe, der Halbneffe, ein entfernter Bekannter, ich weiss es nicht, der auf jeden Fall hatte der auch eine NSA-Meinung und ich dachte, schade, dass man zur NASA nicht auch mal eine Meinung hat. Die NASA will ja, so bilde ich mir ein, hat es mal Jesco von Puttkamer in einem Interview gesagt, die Marspole mit schwarzem Staub bestäuben. Anschließend soll sich dann aufgrund von physikalischer oder chemischer, gar biologischer, um nicht zu sagen religiöser Vorgänge eine Atmosphäre bilden und kurz darauf, nach maximal 10 Millionen Jahren, kann man den Mars besiedeln und besudeln. Da sollte man mal was zu sagen. Stell Dir doch mal vor, das machen die. Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Ich bin mir übrigens relativ sicher, dass „Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt“ ein koreanisches Sprichwort ist. Anders kann ich mir das nicht erklären. Aber auch dazu wird es viele Meinungen geben. Auf jeden Fall hat der Jungmoderator dem offiziell anerkannten Meinungshaber in der Fernsehsendung sinngemäß gesagt, dass ihm das mit der NSA egal sei, weil, er könne ja eh nichts dran ändern und außerdem programmiere er seit seinem elften Lebensjahr zu Hause am Computer Dinge und so habe ihn das alles nicht überrascht. Jedenfalls so ungefähr. Der aufstrebende Jungmoderator hätte dem Millionenpublikum sicher lieber von seiner künftigen Fernseh-Sendung erzählt, aber nein, der Meinungsmacher und der Urgroßneffenonkelenkel von Baldur von Schirach sowie der fürchterliche Moderator wollten unbedingt über die NSA reden. Ich beginne innerlich zu schreien und taumle (innerlich) durch meinen inneren Western-Saloon vor Wut, wenn ich nur überlege wie erbärmlich es von der, die sie alle Mutti nennen, ist, dass sie sich tatsächlich wagt, sich erst über das NSA-Dings aufzuregen, nachdem sie festgestellt hat, dass sie selbst betroffen ist. Da hätte ich ja dann lieber das Maul gehalten, besonders wenn man schon auch sonst keine Meinung hat. Aber daaaaaaaaaaaa wird sich natürlich echauffiert. Und dann muss man sich die und ihre Kumpels auch noch den ganzen Tag im Fernsehen anschauen und wie sie aus geradezu unfassbaren Gründen Abgasnormen… ach egal…

Ja, man muss ja gar nicht fernsehen. Mach ich ja auch nicht. Nur manchmal. Aber dann auch nur Dokus über Island oder Usbekistan oder Töpfereien im Westerwald oder Apfelsorten aus dem Alten Land oder über Berlin-Zehlendorf. Jetzt gerade läuft irgendwas mit Aerobic, dafür kann ich aber nichts, es ging eben noch um die Berliner Mauer. Und ich höre manchmal Phil Collins, aber nur die Platten aus der Zeit ohne Phil Collins. Zu Phil Collins habe ich eine wahnsinnig langweilige Meinung. Meiner Meinung nach ist Phil Collins noch lange nicht der Gipfel der Geschmacklosigkeit, so dass ich es unvernünftig finde, ihn als Bespiel für schlechten Musikgeschmack aufzuführen. Da gibt es doch viel schlimmere Musikbestien. Ich bin mir sicher, Phil Collins findet es auch scheiße, dass die NSA Kanzlerinnen abhört. Ich bin mir irgendwie noch sicherer Phil Collins weiß gar nichts von diesem Vorfall. Der sitzt doch auf seinem Landsitz auf einem Massage-Sessel und starrt die Enten auf seinem $-zeichenförmigen Teich an. Dem sind wir doch scheißegal. Meine Meinung. Da wird sich der kleine Mann auf der Straße ja auch mal aufregen dürfen. Das ist doch Scheiße, auf deutsch gesagt. Die da oben machen doch was sie wollen. Was bleibt einem denn noch, wenn die Raubritter vom Finanzamt einen bis aufs Blut ausgesaugt haben? Und es heißt das Blog, verdammte Scheiße. Wir sind das Volk. Keine Macht den Banken. Schafft Springer ab. Schafft am besten alles ab. Börner du Papierflieger, lauf doch.

„Geld ist wie Blut aus Papier.“ (Mike Tyson)

Ich muss müssen

Hallo Internet. Gestern, oder so, schrieb ich, dass ich keine Meinung habe. Ich kokettiere gerne damit keine Meinung zu haben. Ich denke, das kommt gut an in meinem ironischen Umfeld. Alles wissen, hahahaha, wenn der so schreibt, dann meint er es ja nicht so. Das Gegenteil ist der Fall, der ist voll von Meinung und auch Ahnung. Und das stimmt ja auch. Glaube ich. Ich frage mich zum Beispiel oft, ob die Glorifizierung eines ehemaligen technischen Mitarbeiters der Geheimdienste CIA, NSA und DIA wirklich überdacht ist. Warum hat er denn da angefangen zu arbeiten? War er etwa jung und brauchte das Geld? Ach, ich weiß nicht. Ich weiß es eben nicht. Aber ich vermute die große Schar bedingungsloser Snowden-Fans wissen da mehr. Ich begegne ja fast täglich Menschen, die extrem viel wissen und obendrein über coole Krankheitsbilder verfügen. ADHS, Laktoseintoleranz, Autismus in Kombination ist das ganz große Ding. Und natürlich Facebook und drüber twittern, dass man mit dem Flugzeug fliegt. Und grüner Strom und Veganismus und frieren. Und in Berlin in abgefuckten Wohnungen wohnen und Tassen mit zwei Händen anfassen und dabei komisch auf dem abgefuckten Küchenstuhl sitzen. Ich habe mehrfach darüber nachgedacht nach Wien zu ziehen. Diese Sprache da könnte ich gerade noch sprechen. Bei Amsterdam wird’s schon schwierig. Und Neuseeland ist mir zu weit weg. Aber ich könnte eventuell übers Fliegen twittern und man würde unter Umständen meine Weltgewandtheit bewundern. Aber ich trau mich nicht. Ich habe hier eine Frau, die käme aber eventuelle mit, sagt sie, und ich habe eine Firma, die käme eventuell nicht mit, weil man sie nicht einfach mitnehmen kann. Firmen sind kompliziert. Die Titelmusik von „1000 Meisterwerke“ macht mir Angst. Ich habe „1000 Meisterwerke“ schon geschaut, als es noch „100 Meisterwerke“ hieß und ich schaue es auch noch, wenn es „100000 Meisterwerke“ heißt. Ganz besonders lustig, fand ich die Besprechung dieses Meisterwerks: Dieses Meisterwerk. Ich finde dieses Video grad nicht, daher kann ich „Dieses Meisterwerk“ nicht verlinken. Die Titelmusik zur Sendung „1000 Meisterwerke“ erinnern mich an eine Art Comic, in dem es um gruselige Dinge in Venedig geht. Dieses Comic oder Bilderbuch hätte ich gerne. Genauso wie das Buch, in dem es darin ging, dass ein paar französische Jugendliche wovon einer im Hotel Ambassador als Tellerwäscher arbeitete und ein anderer Pipin hieß. Sie fuhren mit einem alten Auto nach Südfrankreich, aber das Auto war vielleicht gar nicht alt, weil, es könnte auch sein, dass die Geschichte im Frankreich der 1920er Jahre spielt. Dann wäre das Auto ja aktuell, aber warum können sich der Tellerwäscher und seine Kumpels so ein neues Auto leisten. Also ich hätte mir das seinzerzeit nicht leisten können. Aber die Typen aus dem Buch sind dann mit dem (alten) Auto nach Südfrankreich gefahren, weil einer von denen ein Schloss geerbt hatte. Wenn jemand weiß wie das Buch heißt, schenke ich ihm Dinge aus unserem Sortiment. Als ob ich hier eine Antwort bekäme. Lecken Sie mich doch am Arsch, sie ignorantes Arschloch. Ich komme auch so zu recht. Jedenfalls stelle ich mir seit geraumer Zeit vor, wie gesalzenes Popcorn mit Pflaumenmus schmeckt. Es muss herrlich sein. Gerade läuft die Sendung „1000 Meisterwerke“ in der das Bild „Mädchen mit Haarband“ von Roy Lichtenstein aus dem Jahr 1965 besprochen wird, was insbesondere deswegen seltsam ist, als dass ich mir vor ungefähr 22 Minuten überlegt habe, warum die nie ein Bild von z.B. Roy Lichtenstein besprechen. Und jetzt wird es war. Roy Lichtenstein, den ich als kleiner Bub so bewundert habe.

Tomatensauce für Quitzi & Stijlroyal

Das neue Stijlroyal wird eine Zeitung im Format DIN A3, weil, DIN A3 ist unser Leben.

Diesmal hat unser lieber Freund des Hauses Christoph „Quitzi“ Wienke, bekannt aus Twitter und aus dem Berliner Comic-Laden „Grober Unfug“  eine Schar namhafter und auch neuartiger Comic-Zeichner zusammengetrommelt hat, die wir entsprechend in Szene setzen wollen. Zudem gibt es den großen Schmalzbrottest. Aber dazu später mehr.

DENN

es wird aber wieder eine Mitmach-Aktion geben. Nachdem wir Euch in der Vergangenheit aufgefordert haben uns Eure Kühlschranke, Eure Klos, ungemachte Betten und Euren Applaus zu senden, wollen wir diesmal Eure Tomatensaucenrezepte sehen und drucken.

DRUM

Schickt uns bitte bis zum 30. August 2013 Euer Tomatensaucenrezept. Erlaubte Zutaten sind Tomaten, Gewürze, Kräuter, sowas. Es muss eine Tomatensauce sein. Keine Bolognese, keine Sahnesauce. Tomatensauce. Napoli. So wie in Miracoli, nur nach Eurer Rezeptur und mit Euren Zutaten.

DANN

sendet Ihr das Rezept an stijlroyal@googlemail.com und wir drucken die ersten 30 Rezepte im kommenden Stijlroyal Magazin ab (kommt im Oktober). Falls Ihr ein Saucenfoto machen wollt, so wäre das toll, es muss folgenden Kriterien entsprechen: Teller mit Nudeln (müssen keine Spaghetti sein) und Sauce drüber von oben im 90° Winkel fotografiert. So drucken wir es ab. Das Foto sollte einigermaßen druckbar sein. Zum Rezept (Zutatenliste und kurze Anweisung) bitte Namen und ggfl. Twitternamen hinzufügen.

PS

Den Absendern der Einsendungen, die abgedruckt werden, senden wir ein Gratis-Exemplar zu. Wer von Euch also ein Heft haben will, schreibe bitte seine Postadresse in die Rezept-Mail. Wir werden Eure Adressen nur zum Zwecke des Versandes dieses einen Exemplares verwenden und anschließend löschen.

 

Viel Glück und gutes Gelingen

Huck

Henkelpott

FUSSBALL
Einfach mal so, sich beschweren. Es ist ja im Grunde so einfach. Da kukkst Du ein Fußballspiel und nur weil der Spieler von drei anderen Spielern bedrängt wird, schießt er den Ball knapp am Tor vorbei. Was für ein Arschloch. Das hätte man unter Garantie besser gemacht. Man wäre schon längst mehrfacher Weltmeister und zwar in so gut wie allem. Vorgestern hat die deutsche Nationalmannschaft gegen die der USA 3:4 verloren und Marc-André ter Stegen hatte einen schlechten Tag. Wenn er meine Timeline auf Twitter gelesen hätte, wäre sein Tag möglicherweise um ein mehrfaches schlechter gewesen und meine Timeline ist ja noch harmlos. Ich persönlich kann sagen, dass ich gegen die USA und aber auch gegen jede noch so poplige National-, Kreisliga und/oder Altherrenmannschaft auf der ganzen Welt ungleich höher verloren hätte. Ich wäre untergegangen wie die Titanic und die Andrea Doria gleichzeitig und nichts hätte meinen Untergang aufhalten können. Ich nehmen mal an, dass meine Timeline ebensolche Erfahrungen gemacht hätte, auch wenn meine Timeline sicher besser zu Fuß ist als ich. Aber meine Timeline weiß so gut wie alles besser und würde auch so gut wie alles besser machen, als all die Professionals da draußen, die schon seinerzeit von Gunter Dueck auf faszinierende Weise einen auf die Mütze bekommen haben, dass es mir eiskalt den Rücken hinunter geronnen ist. Was ich aber wirklich schlimm finde, ist der offenbar gerade neulich erst erfundene Begriff „Henkelpott“. Ich möchte hiermit offiziell alle Vertreter des sogenannten Sportjournalismus dringend bitten, diesen scheußlichen Terminus nie wieder zu verwenden.

HOCHWASSER
Und also saufen anderswo die Häuser ab und da denkt man doch, hach, das sind ja richtige Probleme, während man sich selbst problemmäßig lediglich an der Abwesendheit eines richtigen Sommers festklammern muss. Aber hier Medien, trotzdem muss man das ja nicht jedesmal Jahrhunderthochwasser nennen. Okay, Jahrhunderthochwasser hört sich andererseits auch so prima gigamäßig an. Es reicht ja Hochwasser nicht. Da schaltet ja keiner ein, da kauft ja niemand das blasse Blatt. Jahrhunderthochwasser muss es schon sein. Scheiß doch drauf, dass das Jahrhunderthochwasser jetzt alle paar Jahre vorbeigeschwemmt kommt. JA, WENN ES WENIGSTENS VORBEI SCHWIMMEN WÜRDE!!! Hier Medien, vielleicht ist es ja auch ein Horrortodesschwadronenhitlerkohlenhydratesexismuszombiehochwasser. Man sollte in der Richtung mal nachforschen. Meine Meinung.

SCHWULE BÜRGERMEISTER
Weil ich neulich mal dachte, ich müsste einen Ort aufsuchen, wo sich diese sogenannten „Leute“ aufhalten, suchte ich einen Ort auf, in dem sich diese sogenannten „Leute“ aufhalten. Ich hätte es nicht tun sollen. Da erzählte nämlich ein mir fremder Fremdling seinem mir ebenso fremden Gegenüber, er wolle dieses Land verlassen. Das Land, also das hier, werde erstens von Arschlöchern regiert und zweitens (Achtung und jetzt kommt’s) wären ja inzwischen alle Bürgermeister schwul in Deutschland, was mehr oder weniger causal mit dem Zustand des Gesundheitssystems („Das schlechteste auf der ganzen Welt!“) zusammen hinge. Eine herrliche Melange an irren Meinungen. Schwule Bürgermeister haben unser Gesundheitssystem ruiniert. Aufgrund eines Reizhustens meinerseits habe ich die Erklärung für dieses Phänomen verpasst. 

Die drei Tage auf der #rp13 des Gerrit Bruce Becht

Drei Tage Twitter, Blogosphäre und beten mit der Netzgemeinde – #re:publica13. In der Station Berlin, im legendären Stadtteil Kreuzberg fand die Jahreshauptversammlung der Blogger, digital natives, web Guerilleros und SoM-Avantgarde unter dem Motto IN/SIDE/OUT statt. Für die meisten der 5.000 Teilnehmer fühlt es sich hier so an, als seien sie beim größten Klassentreffen der Welt, während ich bei meiner Erstbesteigung des twitter-Gipfels vor allem über eine Erkenntnis überrascht bin: „Die kenne sich ja wirklich alle!“. So familiär und undigital es hier zunächst auch zugeht, muss doch mehr dran sein, als nur mal den virtuellen Nachbarn von der facebook-Farm in echt erleben zu wollen. Denn neben den Speerspitzen der deutschen Netzbohême wie Anke Domscheidt-Berg, Guenter Dueck, Markus Beckedahl und dem unvermeidlichen Sascha Lobo, sind auch prominente Speaker aus der analogen Welt angereist. Z.B. Dieter Zetsche, Jutta Allmendinger (WZB) oder Andreas Schleicher (OECD). In Ihren Vorträgen und Panels geht es um Netzethik, Datensouveränität und Augmented Reality, Themen die sicherlich nicht mehr viel mit Befindlichkeitsbloggerei und Wohlfühltweeds zu tun haben, sondern Inhalte, die Entscheider in der Wirtschaft in den nächsten Jahren immer stärker und drängender begleiten werden. Das nächste große Diskussionsthema zeichnete sich auf der re:publica13 schon jetzt am Rande und außerhalb der offiziellen Panels und Veranstaltungen sichtbar ab: Google Glass! Macht man sich damit zur heimlichen Drohne für einen Internetgiganten, der seine Mitmenschen gewollt oder ungewollt ausspioniert – macht man sich zum „glasshole“? Ist es einfach nur der nächste logische Schritt, um die persönliche Daten- und Informationsverarbeitung, egal ob fun oder business, noch komfortabler und technologisierter zu gestalten. Oder ganz unaufgeregt betrachtet, ein total abgefahrener Gimmick fürs Gesicht, der in zwanzig Jahren genauso banal erscheint, wie uns heute der erste SONY Walkman, und die Diskussionen darüber, ob man strahlenkrank oder impotent wird, wenn man beim Joggen Musik aus dem Kopfhörer hört. Im nächsten Jahr treffen wir uns alle wieder, in Kreuzberg, in der Station am Gleisdreieck. Mal sehen wie viele glassholes dann dabei sind und ob ich nicht auch eines sein werde. Vielleicht hat die Netzdrosselung bis dahin aber auch das Web 2.0 erwürgt oder vielleicht haben twitter, flickr, facebook und Co. eine Revolution ausgelöst, die den Hunger in Afrika beendet . Vielleicht sind wir dann aber auch einfach nur doppelt so viele wie in diesem Jahr. Doppelt so viele, die ihre Chance wahrnehmen, an der digitalen Zukunft und einer fairen und sinnvollen Entwicklung der Gesellschaft im Internet teilzuhaben und andere zu ermutigen das Gleiche zu tun. (#)

(Autor: Gerrit Bruce Becht)

Das Ironiefähnchen

Hier, nun da ich ein alter Mann bin und sich Dinge in meinen Zahnfleischtaschen sammeln, die ich mir erst mit einer Hi Tech-Zahnbürste rausvibrieren muss, da möchte ich mir auch mal eine Meinung leisten. Denn: ich kann mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen, was ich den lieben langen Tag täte, wenn es das Internet nicht gäbe oder nie gegeben hätte. Gleichwohl weiss ich auch keinen Rat, wie meine Gesamtstruktur zu gestalten wäre, wenn das Internet so wie wir es kennen abgeschaltet, eingedämmt, gedrosselt, gesperrt, verunstaltet und/oder irgendwie unerschwinglich wäre. Neulich habe ich noch geunkt und so getan, als sähe ich naiv und wie ein schwülstiger Positivist in die Zukunft, das ist aber falsch, um es genau zu sagen: ich arbeite an meiner Zukunftsangst.

Ich kann mir, vielleicht auch ob diverser Zwackungen an meinem Leib und den Verzwickungen mit der Menschheit, die oft plötzlich über mich und die Menschheit, bzw. über die Menschheit und mich hereinbrechen, nicht mehr vorstellen, dass ich mir etwas schier Auswegloses vorstellen kann. Ich habe immer einen Ausweg gefunden, auch wenn dieser Weg sumpfig und mit Dornen und Ungetier gepflastert war. Aber der sumpfige und mit Dornen und Ungetier gepflasterte Weg führte bislang immer zu einem Ausweg. Gut, der Ausweg war manchmal eine Tür nach draußen im 55. Stock eines Hochhauses ohne Geländer, aber es war ein Ausweg. Ob es nun eben diese Verzwickungen mit Andersdenkenden, sogenannten Freunden, Mitgliedern meiner Familie oder politische Gegner waren, wir konnten uns stets einigen. Wenn die zappelige Nadel das Stimmungsbarometers im Tiefdruckbereich tanzte, dann wusste ich was zu tun ist.

Heute ist das anders. Zum einen ist ja angeblich nichts mehr wichtig, dafür vieles egal und zum anderen ist es genau umgekehrt. Menschen die mir begegnen sind gleichsam von zwei Seelen beseelt. Ich wähne mich im Gespräch mit Erwachsenen, die mir Aufgrund der technischen Möglichkeiten des Internets so etwas wie Freunde geworden sind, stehe aber im Grunde in Kontakt mit mentalmoralischen Absonder- und Fremdlingen. Kurze Irritationen führen zu Missstimmung, Rausschmiss, Fadenscheinigkeit und schlecht Zeugnis. Wie ganz kleine Kinder. Aber ganz kleine Kinder würden nach kurzer Zeit die Lust an den ewigen Querelen verlieren. Nicht so wir putzigen Absonderlinge. Es werden Tag für Tag weltweit millionen trauriger, motziger, subtil anklagender Tweets, sowie Beziehungsstresstweets und Beziehungsstresssimulationstweets erdacht, auf einem Word-Dokument zwischengespeichert und zur Primetime getwittert. Es wird geschwindelt, erfunden, erdacht, falsch gedacht und es Befindlichkeiten simuliert, dass es eine wahre Pracht ist. Und alles nur, weil wir Interfuzzies nicht wissen, wie wir uns ausdrücken können oder müssen.

Glaube ich.

Und wenn dies geschieht, dann nicht ausführlich in einer kessen Diskussionsrunde oder zu zweit auf einem Sofa zu einer zünftigen Stiege Tetrapak Rotwein mit Cola, sondern es wird sich beschwert, geunkt und empfunden in 140 Zeichen auf einer der größten Ironieplattform aller Zeiten. Und da drückt die ewige Ironie die digitale Gesellschaft in Sachzwänge, die nicht mehr kontrolliert werden können. Kurzum auf dem (womöglichen) Zenit des Zeitalters der Kommunikation haben wir das Kommunizieren verlernt. Wir verstehen uns nicht mehr. In Foren, Kommentarbeiträgen, auf Twitter oder sonstwo herrscht Unsicherheit, ob das Gesagte auch richtig  ankommt, ob man auch cool rüberkommt, ob sich die subtile Andeutung auch wirklich im Gemüt der Zielgruppe einnistet. Der scheinbare Ausweg ist die Garnierung der Erklärungstexte mit schon längst der Lächerlichkeit preisgegebenen Erklärungsaccessoires wie LOL :o) oder *wegduck*. Obendrein ist die tatsächliche Nähe, zu den auf eine Unzahl angewachsenen Bekanntschaften und Freunde eher nicht vorhanden. Man kennt sich eigentlich gar nicht. Das führt zum einen per se zu Missverständnissen beim Zuhörer oder Leser und zum anderen fehlt oft das Vertrauen oder der Mut oder einfach der Anstand offene Worte zu formulieren. Also wird in Lakonie, Ironie und Witzhaftigkeit schwadroniert, gemauert und am Ende geblockt. Im Internet ist ja alles nicht so ernst wie im richtigen Leben. Man muss sich locker geben und echt voll nicht so aufregen. Wie einfach ist der Absagebutton gedrückt und wem selbst das zu heikel kann ja die „Teilnahme unsicher“-Karte ziehen und alle sind irgendwie nicht so belastet mit Stress. Es ist alles total easy und wer will diese hippe Hippieness mit von Ernsthaftigkeit beseelten Sondereinwänden unterminieren. Aber wir müssen reden. Nein, wir müssen gar nichts. Aber wenn wir kommunizieren wollen, dann müssten wir reden. Wir müssen eventuell eine Sprache finden, vielleicht müssen wir das Ironiefähnchen erfinden oder Ironiekurse machen, Ironie-Universitäten gründen. Oder einfach das sagen, was wir sagen wollen und umgekehrt nur das hören, was gesagt wurde. Es wäre natürlich jetzt vermessen von mir zu behaupten, ich wüsste wie das geht. Bei mir ist das linke Ohr auf 1:1 gestellt und das rechte hört das, was es hören will. Obwohl ich krampfhaft der Ironiebewegung angehöre, so habe ich noch lange nicht begriffen wie es funktioniert. Ich merke erst oft erst Wochen, ja Jahre nach dem Vorfall, dass es überhaupt einer gewesen ist. Ich bin mir ja auch sicher, dass ich den ganzen Tag grinse oder wenigstens lächle und erst die Frau machte mich 2003 darauf aufmerksam, dass mein default-Gesichtsausdruck ein eher missmutiger ist. Also stolziere ich innerlich freudig erregt von Leberwurstfettnapf zu Leberwurstfettnapf. Ein Ende ist nicht abzusehen, aber… HABEN SIE MICH GERADE FETT GENANNT?

„Ja!“

Frau Sommer auf der re:publica

Zuallererst sollte ich gestehen, dass mir die Netzaktive Welt der sogenannten Nerds fremder ist als allen Anderen, da ich wahrscheinlich die einzige Besucherin der re:puplica13 gewesen bin, die weder bei Facebook noch bei Twitter mitmischt. Mir als analoge Person, ist die Welt der digital Aktiven neu. Bisher wusste ich nicht allzu viel damit anzufangen und war mit dummen Vorurteilen beladen. Dort angekommen erlitt ich einen Kulturschock und musste mich erst einmal neu sortieren.

Seit der re:puplica13 ist mein Horizont erweitert und ich kann mir vorstellen zu twittern. Ich habe Freunden und Bekannten Facebook empfohlen und will digital aktiver werden. (Vielleicht – oder doch sicher. Es scheitert bisher an der Namensfindung meines Twitteraccounts, ich schwanke zwischen „dieBekehrte“, „dieEhemalsAnaloge“ und dem Einfall der bisher noch nicht ins Hirn gesprungen ist.)  Die Vielfalt der Möglichkeiten, die das Internet bietet, sind nahezu erschlagend und das arbeitet noch nach.

Die vielen Besucher waren gar nicht so schlimm nerdig, wie ich mir sie vorgestellt habe, meine Vorurteile sind ungerechtfertigt. Nur wenige Besucher trugen dicke Hornbrillen und der allergrößte Teil der Besucher war gepflegt, individual stilisch und gewaschen. Sie sind kommunikativ, auch im echten Leben und haben außer ihrer Netzaktivität noch anderen Interessen (Yoga, Schwimmen, Stricken, Nähen, Essen, Trinken, Reisen, Skaten, Surfen, etc.). Ich dachte Twitterer, Facebookler und all diese Netzaktiven seien sozial vereinsamte Menschen, die sich ausschließlich aus der Anomymität des Netzes heraus wagen zu agieren und sonst unerkannt bleiben wollen. Dem ist nicht so. Es bestehen vielfältige Anliegen und diese werden in verschiedener Art und Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und es wird Fläche zum Austausch geboten.

Außerdem muss auch nicht alles was Spaß macht direkt sinnvoll sein. Es sind nicht selten die von Sinn befreiten Dinge, die mir das Leben wert machen und mich inspirieren. Tweets lesen sich für mich wie Kneipensprüche, mal mehr, mal weniger gescheit und oftmals unterhaltsam. Wenn man sich in Echtzeit über einzigartige Dinge (z.B.: das Zimmermädchen/Film) austauschen will, kann man das über die sozialen Netzwerke der Neuzeit. Der Sinn ist gering, aber die Unterhaltung und der Austausch einzigartig und genial. Impulse schaffen sinnvolle Sinnlichkeithaftigkeit und fördern Kreativität.

Gänsehaut hatte ich wegen der politischen Blogger aus Teilen der Dritten Welt, die an Netzwerken zur Verbreitung von Bildung arbeiten und ihre Projekte vorstellten. Die Bedeutung des Netzes für diese Menschen ist enorm.

Gut finde ich auch, dass die Netzgemeinde als Instanz aufklärt und auf verschiedene Gegebenheiten aufmerksam macht. Gut ist, dass der mannigfaltige Haufen von intelligenter Kompetenz unabhängig ist, sich gegenseitig beobachtet und kontrolliert bzw. kommentiert. Nirgends ist der Kommunikationsfluss so breit und schnell und aktuell aber auch so infam und spaßig.

Ich bin froh, da gewesen zu sein und dankbar für den Einblick in die Welt der Digitalen und gehe nun bereichert auch durch die vernetzte Welt.

Nana dieEhemalsAnaloge oder dieBekehrte oder WieAuchImmer

(Autorin Nana Sommer)

Die Gemeinde

Prolog

Gestern wollte ich das Buch eines dieser Internetspinner kaufen. Zu diesem Zwecke wollte ich ihm oder ihr mit einer Zusatzbemerkung via einer sogenannten direct message auf Twitter belästigen, aber da hat mich der Autor oder die Autorin oder die Autoren oder der Hund des oder der Autoren oder der Autorin bei Twitter entfolgt, worauf man keine sogenannte direct message schreiben kann. In diesem Moment oder wenige Sekunden zuvor, vielleicht waren es auch Minuten. Da kam ich mir reichlich bescheuert vor, weil, ich wollte das Buch doch eigentlich nur aus Solidaritätsgründen erwerben, weil ich es ja prinzipiell gut finde, wenn jemand aus der Gemeinde ein Buch schreibt und/oder herausbringt, aber ich kaufe doch nicht bei Arschlöchern. Schließlich bin ich nicht umsonst eine Mimose. Ich will natürlich aus Gründen des Funs geliebt und verehrt werden. So vordergründig, nicht unbedingt hinter- oder gar tiefgründig. Da ist es mir egal. Einerseits geht es mir auf den Sack und ich möchte den Leuten Leid antun, wenn ich grundsätzlich dazu neigen würde Leuten Leid anzutun, wenn sie mich ablehnen, andererseits ist es mir egal. Ich glaube so knapp unter meiner Haut könnte ich ausrasten vor Wut, aber innen drin ist es mir wurscht. Ich bewundere Menschen oft für ihren Mut mich abzulehnen, weil ich ja eigentlich ein lässiger Hund bin. Ein dicker, lässiger Hund. Ein dicker, lässiger, bunter Hund bin ich. Eigentlich.

Karten

Weil ich ja die Gemeinde gerne sehe, bin ich extra auf die diesjährige re:publica gefahren. Zunächst wollte ich gar nicht hin. Ich sagte zur Frau: „Dieses Jahr, ich schwöre Dir, gehe da nicht hin. Mir reichts!“ Dann aber fuhr ich zum Kunden nach Duisburg und als ich so auf der Autobahn war und ein bisschen im Stau stak, da erblickte ich auf Twitter die Nachricht, dass der Kartenverkauf zu rp13 eröffnet war. Ich atmete kurz in eine Tüte, rief dann die Frau an und sprach: „Frau, bitte bitte lass alles fallen und liegen und setz Dich an ein Computergerät, logge Dich im Internet ein und kaufe uns zwei Karten zur re:publica an. Ich will da hin. Ja, ich weiss, ich wollte nicht hin, aber ich habe es mir anders überlegt und ich kann unmöglich von der Autobahn aus zwei Karten erwerben. Bitte stell keine Fragen zu meinen Geisteszustand. Ich liebe Dich!“ Dann hatten wir also zwei Karten für die re:publica im Jahre 2013, also neulich.

Das Einhorn

Dann, Wochen später, ich lag auf einer Matratze herum, da sprach mich ein Einhorn aus dem Internet an. Da es weder kotzte noch motzte, tat ich was es mir auftrug, das Einhorn.

Alles wird gut

Unsere Show „Das Heilige Abendmahl“ in Stichworten:
– Call for Papers: You’re in! (Also ich jetzt)
– Sascha Lobo Überraschungsvortrag wird parallel zum Abendmahl angesetzt
– Das Einhorn sagte ab
– Unsere für den Berlin-Aufenthalt gemietete Wohnung wurde vom Vermieter gecancelt (fragen Sie nicht)
– Der Kameramann, der alles dokumentieren sollte, erkrankte an einer kurzfristigen Krankheit (Er ist inzwischen genesen)
– Die eilig und kurz vor knapp angemietete Wohnung hatte keinen Parkplatz
– Die Frau aus Freiburg sagte ab
– Das DSL in der eilig und kurz vor knapp angemieteten Wohnung sagte ab
– Die Kamera-Akkus waren nicht auffindbar
– Mein Mikrofon war kaputt
– Ich rede zu schnell
– Der türkische Imbiss war kein türkischer Imbiss

Aber sonst war es sehr schön und wenigstens fiel keiner von uns von der Bühne.

Das Internetlogo und die lieblichen Dingsis

stijlroyal-blogroyal-republica-gerrit-mit-saschaEventuell hätte man sich auch erschießen können, wenn man zum sich erschießen neigt, aber zum Glück hatte ich noch vier bis acht formidable Merkwürden an meiner Seite, von denen vier Stück zusammen mit mir auf die Bühne kletterten, so dass mir niemals langweilig war. Das blutjunge Kleinerdrei-Girl Maike Hank, die Götterbotin Anja Gottschling, der liebenswürdige Sonderling Tobias Schramm und die rheinische Frohnatur Gerrit Bruce Becht brachen mit mir das Brot und verschütteten den Wein auf dem blitzweißen Tischtuch. Das war alles sehr schön. Wir erzählten den Übriggebliebenen von unseren Twitterabenteuern und die quirlige Wikipippi hielt dazu dem Publikum eines unserer raren Mikrofone unter die Nase, während Jesus Best, Inés Kaltmamsell und Ninia La Grande ganz supidupene Dinge dingsten <3.
Wir sprachen wundersame Dinge und das Publikum lachte dann und wann. Danach wankte ich wieder hinaus in die schwüle Luft dieser Nacht. Ich kann mich kaum erinnern, wie es war. Ich glaube die anderen haben schöne, kurzweilige Dinge gesprochen, was ich auch gern getan hätte, aber ich habe eine motorische Störung und rede so schnell wie Gisela Schlüter auf 45, nur undeutlicher. Also praktisch ganz und gar unverstehbar. Das tut mir leid.
Nebenan indes kämpfte auch der von mir lieb gehabt habende Sascha Lobo mit der Technik. Allerdings vor ungefähr 42.000 Zuschauern. Mir fiel ein, dass wir vor einigen Monden mal mal bei uns daheim auf der Couch saßen und der Meinung waren, dass die Menschheit dringend ein Internet-Logo bräuchte. Und so sollte Sascha Lobo für die Bekanntmachung sorgen, während ich in meiner Eigenschaft als Designfuzzi für die Gestaltung und Existenz des Lobos… des Logos sorgen wollte, sollte und es auch tat: (#). Fertig. Ein Globus, den man mit herkömmlichen Tastaturzeichen und zwei Klammern darstellen kann und der wie ein Emoticon daherkommt. Eines Tages werden Sie verstehen, was ich meine. Bis dahin weinen Sie ein wenig oder freuen Sie sich mit uns. Und dann kam der Dienstag.

Die Frau und die andere Frau

Die Frau, ich darf nicht mehr „die Frau“ sagen, aber ich sag’s trotzdem. „Meine Frau“ hört sich ja auch komisch an. Sie gehört ja nicht mir. Nicht direkt jedenfalls. Die Frau und die andere Frau erzählten der Gemeinde etwa über das Stricken. Dies Geschah mit klar verständlichen Worten und mittels einer Präsentation. Und deshalb und weil Sascha Lobo nicht nebenan über das Internet-Logo plauderte, war der Saal auch voll wie ein Seemann, 25 Minuten nach dem Betreten der Hafenkneipe. Ich war sehr stolz auf die Frau. „Meine Frau!“ sagte ich den Umherstehenden. Auf die andere Frau war ich natürlich auch stolz.

Später besuchten wir noch einen Rotwein-mit-Cola-Garten und tranken mit den „sympathischsten Menschen“ des Internets Rotwein mit Cola.

Die Gemeinde

Auf der re:publica war es aber auch schön. Ich (v)erklärte wie jedes Jahr dem Kirscheplotzer Twitter. Man durfte sich auf Holzkisten setzen und irgendwie von Feeling her, war es so ein bisschen wie in einem Bahnhof-Wartesaal im Detroit der frühen Achtziger Jahre. Und es gab Halloumi-Burger. Ich meine… Halloumi-Burger. Die Gemeinde stand Kopf. Außerdem gab es clubmateeske Getränke die nach Blumen schmeckten. Die Gemeinde stand Kopf. Dann kam der Mittwoch:

– Die Wurstsoße von Curry 36 schmeckte nach Blumen
– Die Batterie meines Kraftfahrzeugs gab den Geist auf
– Die Tankanzeige meines Kraftfahrzeugs gab den Geist auf
– Mein Kraftfahrzeug blieb auf der Zossener Straße in Kreuzberg liegen

Am Mittwoch kam der beste Vortrag der re:publica, na sagen wir der zweitbeste. Der Geek und Lebemann Matthias Bauer erklärte Bacon. Dann kam der Donnerstag.

Der Donnerstag

Am Donnerstag kam der Quitzi. Quitzi ist der entzückendste Mensch der Welt und wir teilen eine gemeinsame Liebe: Peter Kraus.

Aufwiederhähnchen 2014

Ich gehe natürlich nie wieder auf die re:publica. Das lasse ich mir nicht mehr gefallen. Nicht mit mir, mein lieber Johnny Häusler. Mit diesen ganzen Entfolgern und Trollen in einer schwülen Halle sitzen, während andere Entfolger und Trolle ohne Ticket draußen auf dem Hof auf dünnhäutigen Plastikstühlen herumlungern. Also ich meine… nächstes Jahr verlange ich Ticketkontrollen am Hoftor… was sag ich an der Stadtgrenze. Ich will mit der Gemeinde alleine sein.

Teil einer Jugendbewegung

Jetzt bloggt das hier ja nun mehr seit über 10 Jahren. Früher ja täglich, aber dann… die Arbeit erledigen, die Frau verehren, die Gliedmaßen sortieren, Tiere schlachten, Blumen gießen… alles geht ja immer irgendwie vor und das Blöggchen kommt immer zu kurz. Außerdem habe ich ja schon mehrfach aufgeführt, wie sehr mir meine eigene Meinung auf den Sack geht, wenn ich sie noch mal mit den Fingern auf der Tastatur tanzen lasse. Und dann habe ich jetzt auch noch acht Jahre nach unserem ersten Podcast mal den nächsten eingequarkt. Man muss ja immer auch in Ruhe alle überdenken. Acht Jahre sind schnell rum. Und ein Buch rausgebracht, ein Magazin erfunden, 20x umgezogen…

Aber ich schweife ab. Eben hat Martina „PickiHH“ Pickhardt auf Twitter das hier von Luca Hammer verlinkt und da dachte ich, jetzt bin ich ja doch schon so lange in dem Universum der Meinungen und Halbwissenschaften, da möchte ich meinen eigenen Planeten, den ich ja seit geraumer Zeit stark mit meiner lustigen Firma verknüpft habe, quasi als Mond, also nicht als Planet, um den eigentlichen Planeten, nämlich die Firma, kreise, was ja schließlich wichtig ist, also die Firma und da… jetzt habe ich den Faden verloren. Auf jeden Fall sind wir als Dings und ich als Erfinder, aber jetzt Teil von Blogoroyal, also das hier, ein Teil von dem hier. Also, es zeigt zwar jetzt nicht wirklich die Verlinkungskosmen der Blogs und nur die Autoren der Blogs und deren Verknüpfung bei Facebook mit andere Autoren von anderen Blogs, aber hier, what shall this denn auch?! Hauptsache EINMAL Teil einer Jugendbewegung sein. Darum gehts doch im Leben.

Ach und dann soll ich ja noch der Vater aller Twitterpartys sein, was ich weit von mir weise, andererseits, zu irgendwas muss man ja auch gut sein.

(Autor Huck Haas)

 

Bild © dirk schuster – Fotolia.com

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Wir freuen uns für und mit unserem Kunden, dem Münchener Anbieter von Kunden-Interaktionslösungen Telenet, über einen gelungenen Messeauftritt bei der CCW. Aber wir haben nicht nur einen echten kasachischen Grizzlybären in ein blaues Pandafell gesteckt und losgeschickt, um Panda-Muffins zu verteilen, sondern erstmal dafür gesorgt, dass er beim Kundenservice richtig aufräumt. Das Ganze haben wir dann dokumentarisch begleitet und dem erfolgreichen Konzept großer Filmmehrteiler (Der Pate, Herr der Ringe, Police Academy) folgend, in drei Virals verarbeitet.
Wir finden es natürlich immer toll, wenn die Presse über unseren Epos berichtet, aber in diesem Fall ist es besonders schön, weil von der kompletten CI-Neudefinition über Viral-Spots (sehen Sie hier) fürs Social Web, Werbemittel, Website und Give-aways bis zum klassischen Messeauftritt mal wieder eine schlüssige, aufmerksamkeitsstarke und sympathische Innovation gelungen ist. Und das in einer Branche, die allgemein in ihrer Außendarstellung sehr konservativ, technik- und produktorientiert ist.

Mal sehen, was als nächstes passiert.

Gerrit B. Becht (Kontakter/Stijlroyal)