Aufwiederhähnchen in Grellingerhausen (BAB)

Twitter ist doof. Aber neulich ist mir es gekommen, nämlich, dass man ohne Twitteraccount gar nicht mehr jemandem erzählen kann, dass man was gebloggt hat. Also, man kann das schon jemandem erzählen, aber der (m/w/trans) ist dann nicht im Internet vertreten und interessiert sich einen Scheiß für Blogs. Allerdings: Mit einem Twitteraccount bloggt man nichts, weil man ja jeden Gedanken, bevor er zum Konstrukt wird, schon Leuten erzählt hat, die das null interessiert, weil, sie interessieren sich nur für sich oder für nichts. Das kann ich wohl behaupten, denn so geht es mir bisweilen auch. Aber dann: Ich kann es ändern. Ich kann anders sein. Ich kann schwarze Milch trinken und es Kakao nennen. Twitter verrecke, damit wir leben können. Ich kann mich bewegen ohne den Raum zu verlassen. Die Zelle fährt, und so. Ich möchte aber nicht mehr jeden Scheißgedanken irgendjemanden vortragen. Nicht mehr. Nie mehr. Ich will es filtern. Durch den Pinsel, durch Lektorat, durch Gedanken machen. Und so. Ich will nicht. Ich muss. Du bist tot, wenn Du alles ungefiltert raushaust, tot im Kopf und irgendwann in der Seele und dann erzählst Du passiv-aggressiv von Deinen Verletzungen auf dem Kurznachrichtendienstweg und kannst noch nicht mal mehr den Telefonhörer in die Hand nehmen und Deine Anklage vortragen und Gehör suchen und die Dinge regeln. Du kannst nur komplizierte Botschaften verzapfen, Du kannst Fake-Accounts eröffnen und Menschen trollen. Ja, Du, das kannst Du. Ich kann das auch. Das kann ja jeder. 1967: Ich werde geboren – ungefragt – und dann gehe ich um, mit einem Hut und bettel um Gunst und Liebe und Werweißwasnoch. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Also muss ich jetzt folgendes tun: (das ist mir letzte Nacht gekommen) Ich muss den alten Account nehmen und ihn @blogroyal nennen und meinen Blog und meinetwegen den Podcast oder die Ausstellung oder die Zeitung verkünden. Wen das halt interessiert. Das was ich mache. Sons nix. Ich will kein Mensch mehr sein, nur noch Linkschleuder. Verlasst das Schiff, wenn Ihr schwimmen könnt, ersauft meinetwegen, aber so wird es geschehen. Das ist alles, was ich noch machen kann. Und dann war aber @blogroyal schon seit November 2007 besetzt und dann dachte ich, was soll das eigentlich und dann habe ich einfach mal das Passwort angefordert, aber nur so zum Spaß und dann habe ich festgestellt, dass der Account ja mir gehört und da habe ich ja vielleicht Augen gemacht. Hahahaha! Lol. Mir war schon immer, dass ich mich irgendwann 2007 da angemeldet habe, aber irgendwie wusste ich nicht mehr unter welche Namen. Aber was macht man denn jetzt mit einem Account, dem niemand folgt. Ich weiß was zu tun ist. Ich nenn das alles um. Das ist auch ein bisschen albern. Ich bin eigentlich ja ein alter Mann. Herrjeh. Selbst Bundesligatrainer sind jünger als ich. Naja. Scheiß Internet. Warum bin ich da bloß hingegangen?!

|

2 Gedanken zu „Aufwiederhähnchen in Grellingerhausen (BAB)“

  1. Was soll ich dazu jetzt sagen? Wahrscheinlich soll ich ja gar nichts sagen, weil immer alles sofort zu sagen. wenn man die Möglichkeit hat – im internet IMMER!!!! – macht einen ja tot und leer. Sagst du.

    Und dann denke ich drüber nach und finde, das ist Quatsch. Andererseits warst du ja auch schon 1847 auf Twitter und hast so manche Schlacht geschlagen und dich offensichtlich gleich mit.

    Wo du wieder recht hast: Ohne Twitter hätte ich das jetzt gar nicht gelesen und dir dann auch nicht widersprochen. Nein, das hätte ich nicht. Meinetwegen werde Linkschleuder. Ich les das weiter hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/