Das Internet

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Jetzt war ich die letzten Tage bei meinem alten Mentor P.E., einem 65-jährigen Designer, ich sollte und wollte ihm das Internet erklären. Also fuhr ich zu ihm um dort an einem uralten Mac mit uraltem Betriebsystem auf Safari und mit einer Maus ohne Scrollrad (So haben wir es bei Apple ja gelernt) (Es hat mich wahnsinnig gemacht mit dem Zeigefinger auf der Stelle der Maus herumzureiben, an der sich bei meiner Maus die Scrollsensorik befindet) und auf einem Stuhl für Zwerge, in die Geheimnisse des Internets einzuweihen. Denn um nichts geringeres geht es. Und wie soll ich da anfangen? Ich habe mich entschlossen ihm Facebook zu erklären, habe ihn über die Gefahren von Datenschlonz und Uneigentum aufgeklärt und seinen Account eröffnet. Er stocherte dann unbeholfen mit dem Cursor auf seiner FB-Seite herum und mir kam der Gedanke, dass man das alles schon ganz lange machen muss, um dieses Gefühl für das alles zu bekommen und das dass alles für mich so eine Selbstverständlichkeit ist, dass ich nur noch auf Metaebenen und anhand von hölzernen Beispielen irgendwie verständlich machen kann, was wir da eigentlich machen, im Internet. Also erstmal Freunde auf Facebook finde. Vorher diskutieren, was der Begriff Freunde überhaupt ist. „Jaaa!“ sage ich, „das ist jetzt doch auch irrelevant, das nennen die bei Facebook halt so.“ Und sich dann fragen lassen, warum wir das so hinnehmen, dass wir uns diesen außerordentlich, tiefselig vermummelten Begriff von einem Nerd aus Amerika so verplundert und inhaltslos gemacht haben lassen. Ich hatte keine Antwort. Also „Freunde“ finden. Seine (richtigen) Freunde sind nicht so bei Facebook, aber ein paar meiner Freunde, die ihn auch kennen, mit denen befreundete ich ihn. Zwangsbefreundung. „Damit Du auch mal ein paar Freunde hast.“ So und jetzt Inhalte abliefern. P.E. ist Sammler von Dingen. Er hat eine ganz Lagerhalle voll mit Alltagskultur, Design aus allen Jahrzehnten, Zeitungen, Bücher (Ja Kinder, bedruckter toter Baum), Lampen, Dinge, Zeug  en masse, es sind Unmengen. Unmengen. Und wenn P.E. des abends auf der Couch sitzt, dann sucht er sich zur Erbauung eine Zeitschrift aus den 60er Jahren aus und geht darin auf. Gutes Editorial Design und kluge Inhalte, gute Reportagen, ausgemachter, gut bebildeter Schmonz, journalistische Bonbons, Interviews mit John Lennon und Miles Davis und Werner Bunz…

Doch zurück zu Facebook.

Ich frage mich, wie ich ihm das am Besten begreiflich mache. Dann fragt er: „Was ist eigentich mit Twitter?“ Noch nicht einmal, „Was ist eigentlich mit diesem Twitter“. Es ist also ernst. Ich erkläre Twitter. Meine Hände werden heiß, die Augen feucht. Die Armlehnen drücken in die Flanken und ich habe viele Flanken. Da wird mir klar, dass wir, die wir schon seit einigen Jahren in diesem sozialen Netz herumzappeln, schon längst in einer abseitigen kaum erklärbaren Welt, kaum erklärbare Statements, zu kaum erklärbaren Phänomenen absondern. Was sagt man da denn jetzt? Wo fängt man an? An wem orientiert man sich? Legt man sich einen pseudoverdrieslichen Ulknudelaccount zu und beschimpft die Folgschaft mit dem Plan mal ganz groß rauszukommen oder twittert man nichtssagendes, selbstreferenzielles Dampfgeplaudere z.B. über ein Klavier, das in zu trockener Raumluft Gefahr läuft zu bersten? Oder hier, das Phänomen auf Twitter zu sein, jeden Tag stundenlang dort abzuhängen und aber die Follower mit Verachtung strafen, weil sie eben dies auch tun? Soll ich ihm dazu raten? Ist es das? Müsste man nicht gezielt stundenlang ausgefeilte, unbedingt originelle Dinge schreiben, die dann auf Favstar Anklang finden? Wem soll man folgen? Altherrenbloggern? Feministinnen? Sascha Lobo? Oder einem Typen, der sich Regendelfin nennt (frag nicht)? Leutem, die in Beziehungsstresssimulationstweets machen? Welchen, die sich mit sich selbst unterhalten („Ach was, das gibts auch?“ „Ich schwör Dir…“) ? Frustrierten Singles mit Hang zum Funalkoholismus? Linkschleudern? Leuten, die „Followerpower“ schreiben? Man könnte @Kosmar folgen, der hat Ahnung. Aber was kann ein Internetneuling damit anfangen? Wie kann P.E. dort seinen Teil finden, der gar nicht die Absicht hat, den Rest seines Lebens in ironischem Dauerduktus und mit sarkastischen Randbemerkungen eine Welt zu verunglimpfen, die ihm doch eigentlich so lieb und teuer ist. Druckerzeugnisse, Verbindlichkeit, Weihnachten, Menschen, Haptik, alles Dinge die schon in Millionen Tweets durch den Kakao gezogen wurden, was soll ich jemandem raten, wo kann man da ansetzen?

Facebook und Twitter sind nicht das Internet. Aber hier wäre mal ein Ansatz, so dachte ich, aber da ist kein Ansatz. Facebook tut zwar nicht weh, ein paar Bekanntschaften zu knüpfen, alte aufleben zu lassen, Interessengebiete zu erweitern, mal schauen was andere Gleichgesinnte so erzählen. Das kann man nebenher mal überprüfen. Das machen wir ja so nebenbei mit unseren Devices. Aber P.E. geht dazu in einem Raum in dem sein Power Mac G5 (FW800) 1,0 dual 1,42 GHz mit 250MB RAM steht, er schaltet den Computer ein, dann das Internet, dann öffnet er den Browser, dann loggt er sich dort ein, es folgen Prozesse, die mir vollkommen aus dem Gedächtnis entrückt sind und die an das Quietschen und Pfeifen alter Modems erinnern. Dann ist er drin. Da hätten wir ADHS-geschädigten Mongos längst die Flucht ergriffen. Es erfordert einerseits Geduld, die wir ja alle so gerne hätten, aber zum anderen empfinde ich es als auch nicht sachgemäß einen mittelgroßen Aufwand zu betreiben um die, meiner Meinung nach, relevaten Kommunikationskanäle (die für jeden andere sein mögen) in Verwendung zu. Um das Internet schmerzfrei und sinnvoll zu verwenden muss der Zugang und die Nutzung einer gewissen Sebstverständlichkeit und Unbekümmertheit unterliegen. Dazu kommt die unbedingt notwendige Filter-Souverinität und ein, zwei, drei Gedanken zu Privacy und Allgemeinen Nutzungsbedingungen und das Gefühl wo man klicken muss, wo man suchen muss, wie man suchen muss, welche Worte und Gedanken relevante Suchbegriffe ergeben, wem ich vertrauen kann, wer ein Arschloch ist, wo die doofen sitzen und wer Bernd auf Krautchan ist. WIE UM ALLES IN DER WELT SOLL ICH DAS ERKLÄREN? Wie soll ich das Wesen von Blogs erklären? Johnny Häusler hatte da heute einen guten Gedanken, ich sehe das im Grunde ähnlich bis genau so. Also erkläre ich P.E. Blogs. Er soll auch ein Blog aufmachen. Es ist ganz einfach. Thema: 50er-, 60er-, 70er-Jahre-Design, Typografie, Editorial Design, Bücher, Blechspielzeug, Eames Chairs, Verner Panton, etc. Schreib einfach los. Gut, es liest erstmal keiner und bitte keine Bilder aus dem Internet verwenden. Was Creative Commons und was „Marions Kochbuch“ ist, erkläre ich Dir nächste Woche. Du musst andere Blogs verlinken. Dabei darfst Du die Blogbetreiber aber auf gar keinen Fall ansprechen und Begriffe wie „Linktausch“ verwenden, denn das führt zu kübelweise Häme und Spott und Du bist unten durch. Bei, Thema „Bücher“ wäre ich vorsichtig, denn die gelten als altmodisch und werden von denen die es besser wissen als „tote Bäume“ deklariert. Braucht man also in diesem Internet nicht mit zu kommen, außer… jaaahaa… außer man schreibt ein Buch und das habe ich vergessen zu sagen, Du musst zwar über die Altmode Buch lästern, aber Du musst auf jeden Fall auch eins schreiben, egal was für ein unmotivierter, abstruser Shit dann da drin steht. Aber dazu später. Wenn Du also mehre Stunden damit verbracht hast einen einigermaßen vernünftigen Blogeintrag zu verfassen, dann musst Du natürlich damit rechnen, dass den keiner liest und selbstverständlich auch niemand kommentiert. Den Beitrag bei Twitter posten bringt nichts, Du hast ja keine Follower, denn Du bist ja nicht witzig. Die Leute auf Facebook lesen keine Blogs, das dauert denen zu lang. Du könntest bei anderen Blogs kommentieren und wenn Du das jahrelang machst und irgendwie der Eindruck entsteht, dass Du irgendwie auch cool bist, dann vielleicht, aber eigentlich auch nicht, denn Du bist ja nicht schon seit August 2002 dabei. Das ist Bloggen, lieber alter Freund. So sieht das aus. Aber ich kann Dir das Internet dringend empfehlen.

o_O

Dann fiel mir ein, man könnte jemanden, der was über das Internet lernen will, ja mal zur re:publica einladen. Ist die re:publica nicht dazu da, irgendwie das Internet zu erklären? Hahaha. Ich hab natürlich Spaß gemacht. Die Grenzen zwischen den jeweils sogenannten On- und Offlinern sind nicht offener geworden. Wenn gerade mal eine Internetplattform vom Mainstream erobert und ein bisschen verstanden wird, wird diese zur Platforma non grata erklärt und intern wartet man auf die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben werden kann, die anderen machen Pinterest und Instagram. Die Flora Arroganzia wächst und gedeiht und die Vorurteile auf beiden Seiten sind die gleichen, wie vor drei Monaten oder zwei Jahren.

Man wird es mit Erklärungen und Meinungen nicht deutlich machen können. Es geht nur, wenn man sich einfach jahrelang darauf einlässt und Teil des Internets wird und sich dabei vielleicht auch ein bisschen aufgibt. Es ist nur noch im Ganzen zu begreifen und mir fällt es immer schwerer zu erklären, was wir da eigentlich machen. Ob das jedem Internetfuzzie so klar ist? Wie schwer es ist einfach da einzusteigen. Die Benutzung eines Trackpads verlangt schon einiges Geschick ab. Oder den  Cursor ziel- und fachgerecht auf einen Link zu setzen und nur einmal zu klicken, das muss man erstmal können. Wir machen uns da ja auch überhaupt keine Vorstellungen mehr, aber unsere lieb gewonnenen Selbstverständlichkeiten sind anderorts monströs.

Nachtrag: Link zum Beitrag von Sascha Lobos auf der re:publica 2012. Für die 2,5 Menschen die ihn noch nicht gesehen haben.

 

Weihnachten mit dem Berndler

Jetzt Weihnachten endlich wahr geworden. Aufgrund der hinreissenden Melodien des bezaubernden Berndlers werden Kinderaugen funkeln wie Feuerwerksraketen am Silvester-Vorabend, Frauenherzen pochen wie die Handwerker an einem warmen Sommermorgen um halb sieben, Gehirne werden sich multiplizieren wie die Karnickel, Frösche werden laichen, Kühe Kakao geben, Schafe bocken und Ziegen duften wie frisches Bergwiesenheu. Hören Sie den Berndler, wie er romantischer nicht sein kann. Und dann werden Sie mit Mitglied auf der Facebookseite des Berndlers. So kann er Sie stets und überall erreichen.

Unpack Symphony

Ja, wir kommen uns ein bisschen wie Apple vor. Weil wir schon auf der MKN-Verleihung (Geschmäckle) angesichts dieses zauberhaften Filmdokuments vor Rührung und Glücklichkeit in ihr Smartphone geweint haben, hat uns die zauberhafte Frau K. das zauberhafte Filmchen zur zauberhaften Verfügung gestellt. Zauberhaft <3.

63,75 – Der Film zum Buch

Große Unterhaltung für Geist und Herz: Pfiffige Sichtweisen auf eine im Grundes ihres Herzens liebenswerte Stadt, 63 Menschen schreiben über 75 ihnen wildfremde Orte, Objekte, Sachverhalte in Wiesbaden und kommen dabei auf Geschichten, die nie ein Mensch zuvor gelesen hat. Märchenhaft, skurril, absurd und mal was ganz anderes – Das Buch.

Der vielleicht schönste Weihnachtslink der Welt: buch-6375.com

Relevanz Camp

Früher, als alles noch relevant war, da hätte ich… oh Mann, warum wackelt mein Macbook Air 1,6 GHz Intel Core 2 Duo, 4 GN 1067 MHz DDR3-RAM auf dem IKEA-Betttisch denn jetzt so voll bescheuert rum??? Nie ist was auch mal in Ordnung, immer muss man meckern. Man, also ich. Also Mann. Im TV läuft was über zwei Typen die mit dem Kajak um Island herum paddeln. Lustig scheint das nicht zu sein. Es stehen ein paar Typen mit Funkgeräten an der Küste herum und rufen „Ryan, Ryan!“ und gerade habe ich auf Spotify ungefähr 250 neue Songs in meinen starred-Ordner gedingst. Barry White, Lenny Kravitz, Prince, Aretha Franklin, Quincy Jones, Marvin Gaye, The OJays, James Brown, Matt Elliott, aber auch The Fall, The Stooges, MC5, Anti-Flag, Sucidal Tendencies, Youth Brigade, Hüsker Dü und Olli Schulz. Ich liebe Olli Schulz. Ich bin altmodisch. Olli Schulz hat mir schon der damalige Eric Berthold 1995 oder ’96 empfohlen, aber ich wollts ja nicht wahr haben. Heute habe ich im Rahmen der Sendung „Neo Paradise“, die ich nur für bedingt als gut erachte, einen Clip mit Olli Schulz gesehen. Die beiden Protagonisten der Sendung und Olli Schulz trugen Schlafanzüge und spielten „Kindheit“. Das war wie immer halbherzig inszeniert, aber im Detail schon auch lustig. Den Klaas Heufer-Umlauf mag ich nur, wenn er ernst drein schaut. Dann denke ich manchmal, der könnte auch was anderes machen, was richtig gut ist. Oft ist es nur manchmal lustig. So ist das immer. Außer Olli Schulz. Der war immer lustig. Der ist immer lustig und ich glaube, ich würde ihn mal drücken, wenn ich ihn irgendwo sähe. Aber wo soll einer wie ich den schon sehen. Ich gehe davon aus, dass er das sehr unangenehm empfände, so wie ich es auch al unangenehm empände, wenn mich plötzlich oder unplötzlich ein dicker Mann Mensch umarmen würde. Da bin ich sozial sicher nicht auf der Höhe der Zeit. Aber ich kann’s mir ja leisten. Ich habe heute erfahren, dass Colien Fernandes gerne dick wäre und eine Knieproblematik hat, die sie ungefähr… naja… jedenfalls fast. Heute ist Dienstag und mir fallen gleich die Finger ab, weil es so kalt ist. Ich glaube, ich hätte die Terrassentür, neben der das Bett steht, auf dem ich sitze, erst später öffnen sollen. Aber nun ist sie nun mal auf und man kann solche Türen ja auch nicht einfach wieder schließen. Wussten Sie, dass ich noch schlechter Kommas setzen kann, als Günther oder Günter Grass? Ich habe aber leider keine Lektorin, die mir die Leviten bläst oder überhaupt bläst. Das würde auch entscheidenden Stress im Gefüge provozieren, wenn dem so wäre. Ich meine, man sollte die Sprache, mit der man sich mitteilt, ja auch irgendwann mal beherrschen. Ich hoffe ich habe die Zeit noch. Man lebt ja schon zügig und oft ohne viel Gespür für das Richtige. Na und jetzt ist es also 1:44 und ich kann nichts vorweisen, als einen im Augenblick des Tastengeklickers entstanden und erdachten Blogwurstpost, der auch noch voller Fehler strotzt. Damit das alles nicht ganz unnütz ist, füge ich dem noch hinzu, dass wir heute die Marke Riminigang wieder aufleben lassen. Die Worte Camp und David fielen auch. Ich nehme an, Sie könen sich vorstellen in welchem Duktus. Wir sind da ja sehr unterschiedlich und es dauert nicht mehr lange, da erschaffe ich das ganz große Ding. Die eine Sache, die dann läuft wie geschnittene Butter. Und am Ende steht dann der See mit der Bank, eine wie auch immer gearteten optisch subtil technolgisierten Massagebank, quasi eine Massagecouch für zwei. Nämlich genau für die eine Frau, die jetzt in Berlin Adlershof… Adlershorst… irgendwo bei Köpenick aus dem Fenster auf… äh… die Havel… Spree… Dings… Müggelsee… ja, was weiss denn ich… und mir. Ich habe in Kreuzberg gewohnt, da kannte ich mich aus. Das war kurz nachdem ich zum letzten Mal „Let Love Rule“ von Lenny Kravitz gehört habe. Also bevor alles begann. Bevor ich mit mehreren iPhones, iPads und Macbooks aller Art in einem Bett sitze und mir bei 2°C die Flanken einfrieren lasse. Ich könnte soviel erzählen. So viel von Leid und so viel von Glück und Glücklichkeit und wie das mit der Faszination für die Kreatur Mensch ist und wie das ist mit den Freitagabenden im K61, aber ich muss dem Tod durch Erfrierung dringend etwas Leidenschaftliches  entgegen setzen. Ich muss schlafen, bevor der Schlaf menschelt. Ich muss Decken benutzen. Ich muss einen Deckenladen aufmachen. Morgen. Gleich morgen.

WIR HABEN EIN RIESENGERÄT ERSCHAFFEN

Auf ein Wort (von Huck Haas)

Es war alles ganz anders. Ich komme nur viel zu selten dazu. Das Buch ist fertig. Es ist gedruckt und alle Autoren haben ein Belegexemplar bekommen. Die Vorbestellungen sind abgeschickt. Und es geht gleich weiter. Nächste Woche gehen wir ins Studio und drehen einen Film. Der Weihnachtsverkauf soll in die Puschen kommen. Es muss jetzt raus. Es ist ein teures Hobby.

Von der Schnapsidee bis zur Ausgabe ist es ein langer Weg. Ein Weg, auf dem viele Mails und Epistel geschrieben wurden. Viel von Acetylsalicylsäure genommen, viel Kamillentee getrunken, selten Schnaps, oft habe ich mir ans Herz und manchmal an den Kopf gegriffen. Durch meine liebe Frau Kiki und die wunderbaren Kollegen Jule Roth, Bernd Ringsdorf, Piotr Potegen und Gerrit Bruce Becht immer viel Unterstützung und sondervolle Hinweise auf verschiedenste Sachtatbestände erhalten und Raum und Zeit, um das alles überhaupt machen zu können.

Und schon oft sind wir die Wege alleine gegangen. Diesmal allerdings hatten wir Weggefährten. Sexy, sympathisch und auch sonst irgendwie allesamt geile Freunde und Sinnesgenossen auf die wir stolz sind und die sich ihre putzigen Ärsche für das Buch mal mehr oder mal weniger aufgerissen haben. Meistens mehr. Es war uns ein Fest.

Ein dreitausendfaches Hurra und eine Milliarde Dankeschöns gehen an die Autoren:

Maik Novotny / Architekt / Wien — Peter Breuer / Texter, Autor / Hamburg — Emma Zissou / Lehrerin / Biberach a. d. Riß — Derek Handwerkmann / Pro-Twitterer / Internet — Jessica Tropp / Frau von Klaus Tropp / Hannover — Anja Gottschling / Art Direktorin / Köln — Katharina Kuhn /  Dompteuse / Darmstadt — Martin Svitek /  Bonvivant / Düsseldorf — Robert Stulle / Kreativ-Direktor / Berlin — Mischa-Sarim Vérollet / Autor / Wien — Erdge Schoss / Autor / Spritztourist / Mainhattan — Marion Kuchenny / Radiofrau / Mainz — Bernd Ringsdorf / Stratege, Lebemann / Wiesbaden — Hendrik Spree / Copywriter / Köln — Ilka Müller / Studentin / Marburg — Thomas Ziese / Mediziner / Berlin — Ralph Kühnl /  Fernsehen / Mannheim — Mita von Gessen / Sambal Oelek-Ringerin / Salzburg — Edda Braun / Buchhändlerin / Ochsenfurt — Ansgar Oberholz / St. Oberholz / Berlin — Fletz von Grotendünk / Himself / Haus vor der Höhe — Robert Crnkovic / Texter, Eintrachtfan / Frankfurt/M — Matthias Sachau / Autor / Berlin — Hans Hütt / Autor, Blogger / Berlin — Dirk Baranek / Online Journalist / Stuttgart — Nilz Bokelberg / Fernsehstar, Vaterfigur / Berlin — Denise Peikert / Journalistin / Frankfurt/M — John Dreimorgen / Kunstfigur / Frankfurt/M — Maike Hank / Redakteurin, Poetry Spam / Berlin — Sylvia Oberstein / Mediendesignerin / Bonn — Dr. Christian Köhler / Leibarzt des Huck Haas / Wiesbaden — Jannis Kucharz / Netzfeuilleton / Mainz — Christoph Wienke / Comicladen Grober Unfug / Berlin — Ute Weber / Autorin / Bad Vilbel — Eva Neumann / Studentin / Mainz — Lena Reinhard / Texterin, Autorin / Berlin — Anja Bonelli / Internetphänomen / München — Jette Kerstin Damrath / Psychotherapeutin / Ulm — Alexandra Tobor / Autorin / Augsburg — Gerrit Bruce Becht / Kontakter, Astronaut / Wiesbaden — Lea Duckwitz / Lehmbruck Museum / Duisburg — Mogelpony / GleitzeittwItterer / Köln, Frankfurt/M — Karsten Loh / Ruhe & Frieden / Frankfurt/M — Claudia Vamvas / Akkordeonistin / St. Gallen  — Julia Roth / Stijlroyal / Dipl.-Kauffrau / Wiesbaden — Honke Rambow / Autor, Journalist / Essen — Hagen Terschüren / Redakteur / Oldenburg — Florian Blaschke / Kunsthistoriker / Köln, RuhrYork — Tanith / DJ, Legende / Berlin — Sibylle Berg / Göttin / Schweiz — Frédéric Valin / Fußballauskenner, Blogger, Autor / Berlin — Durst / Augsburg — Michael Bukowski / Autor, Texter, SM-RedakteuR / Berlin — Silke ‚Lu‘ Nolden / Texterin, Bloggerlegende / Düsseldorf — Daniela Warndorf / Texterin, Bloggerin / Köln — Mareike Ernst / Psychologiestudentin, steiler Zahn / Frankfurt/M — Lilian Kura / Texterin, Textzicke / Starnberg — Caro Buchheim / Journalistin / Freiburg — Isabel Bogdan / Übersetzerin, Autorin / Hamburg — Steffi Roßdeutscher / Juristin, Bein / Berlin — Sebastian Baumer / Prof., Elektronensouffleur / Hamburg — Piotr Potegen / Tochter des Huck Haas / Mannheim.

Die Entstehung einer anderen Welt.

Zu Beginn war alles anders. Es sollte ein Architekturbuch werden. Aber dann stellten wir schnell fest, dass dies nicht die Neuerfindung des Rades mit 63-Zacken gewesen wäre. Und dann schossen uns die vielen kleinen und stillen Örtchen dieser zum Teil zuckersüßen Stadt durchs Gemüt und wir stellten fest, dass Wiesbaden alles andere als zuckersüß ist. Weder die Administration, noch das Volk, noch wir, noch Ihr alle. Wiesbaden wird nass wenn es regnet, die Stadt darbt im Sommer und friert im Winter. Sie braucht dringend Liebe und Gründe zum Verbleib. Sie hat so vieles nötig und sie will so viel sein. Sie träumt von München, Düsseldorf und Hamburg, von Nizza und Sylt und sie ist doch nur Wiesbaden, die zentral gelegene Stadt mit dem komischen Namen. Sie hat das alles nicht gewollt und hätten die Amerikaner gegen Ende des zweiten Weltkriegs sich anders entschieden, die schönen Orte wären weggebombt worden wie in Mainz-Neustadt und Frankfurt-Sossenheim. Dann gäbe es dieses Buch nicht. Dann wäre ich nicht nach Jahren im Exil in diese Stadt zurückgekehrt, dann hätten sich Jule, Gerrit, Bernd und all die anderen vielleicht irgendwann in ihrem Leben für eine andere Stadt entschieden. Dann wäre der Stadt womöglich aber auch das Blasierte, Fremdelnde und Kaltherzige erspart geblieben. Daran muss man sich gewöhnen, wenn man hier wohnen will. Man muss drunter durch leben. Nebendran leben, ohne hinzuschauen. Und dann, nach Jahren, nach vielen Gängen durch kalte Straßen und mit hochgeschlagenem Bomberjackenkragen, dann sieht man, so man das möchte und danach gesucht hat, die vielen kleinen, putzigen Pflänzchen in dieser ja doch auch wunderschönen Stadt. Die Freunde, die Gemüsehändler, die Buchläden, Pizzabäcker, Hinterhofkreaturen, Büdchenbesitzer, Wurst- und Käsehändler, die feinen Damen, die drallen Blondinen, die schicken türkischen Mädels mit ihrem stolzen Gehabe, das Kopfsteinpflaster, das Moos zwischen den Gehwegplatten und die Kaffeehäuser. Es ist, als stünde man da und plötzlich erzählt der Refrain eines schönen Liedes Dir Dein eigenes Leben. Es ist dann Heimat.

Und das wollten wir einfangen. Und weil es schwingt, weil es Unsicherheit, Gedankenlosigkeit, Verwirrt- und Verirrtheit zusammen ist, haben wir Wildfremde gefragt, wie sie unsere Stimmungsbilder finden, die wir in mühsamer Arbeit in der Herrgottsfrühe zur Mittagsglut und in den Abendstunden eingefangen haben. Die wir immer wieder hinterfragt haben und dann gespannt zur Interpretation freigegeben haben. Es war so gleichsam erstaunlich, erschreckend, lustig, frapierend und auch verwirrend, was die Autoren in den niedlichen Bildchen gesehen haben oder was sie dachten, dort zu sehen und/oder was sie dann niedergeschrieben haben. Ich habe schlaflose Nächte hinter mir. Viele. Wie soll ich das der Stadt erklären? Wie soll ich das hier im Hause erklären? Wie soll ich’s erzählen dem Vater, der Mutter, der Kinder siebenköpf’ger Schar? Nichts ist mit Traumschiff-Atmosphäre. The Smiths „I Know It’s Over“. Was ist das Konzept dieses Buches? Was kommt als nächstes? Selbstmord? Ja, wenn man den Autoren glauben darf. Aber dann war es das was es ist. Wiesbaden ist nicht bloß Kur- und Landeshauptstadt mit einer alljährlichen Messe für Haushaltswaren, Wiesbaden ist rotten und down, schräg und krautig, wunderschön und grün, erhaben und ergötzend, schlicht und ergreifend. Wiesbaden hat eine Seele. Und was für eine. Und wenn man das Buch fertig gelesen hat, dann weiß man, wie es sich verhält mit der Wahrheit. Nämlich, dass sie keinen Pfifferling wert ist. Dass alles veränderbar ist und dass alles immer so ist, wie es wirkt und wie man es haben will. So ist es mit allem und jedem, auch mit dem Euro. Und jetzt haltet den Mund und kauft Euren Liebsten, Nachbarn, Kollegen, Müttern, Vätern, Steuerberatern und Finanzamtsleitern ein wunderschönes Weihnachtsgeschenk, nämlich das beste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten:

Große Unterhaltung für Geist und Herz.
Pfiffige Sichtweisen auf eine im Grunde Ihres Herzens liebenswerte Stadt,
63 Menschen schreiben über 75 ihnen wildfremde Orte, Objekte, Sachverhalte
in Wiesbaden und kommen dabei auf Geschichten, die nie ein Mensch
zuvor gelesen hat. Märchenhaft, skurril, absurd und mal was ganz anderes —

Das Buch 63,75 

HH HH H

Um schon erlebten und künftigen Missverständnissen vorzubeugen, hier die Erklärung des Begriffs „hh hh h“, der oft mit Sinnsätzen wie „hrhrhr“ oder gar „Har har har!“ verwechselt wird, in seiner Aussage aber eine völlig andere, ja geradezu grotesk andere Sinnhaftigkeit beinhaltet.

HH HH H from Stijlroyal on Vimeo.

VIELEN DANK FÜR DAS BUCH

Da ich unter Internet-Fun-ADHS leide und meine Aufmerksamkeitsspanne allerhöchstens die Länge eines durchschnittlichen Blogeintrages umfasst, kann ich mich nur schwer und dann auch nur unter Umständen auf ein Buch (mit 750 Seiten) konzentrieren. Als Sprachcholeriker möchte ich obendrein ein Buch schon nach drei Sätzen an die Wand schmeißen, wenn es schlecht geschrieben ist. Also noch schlechter, als das was ich hier mache. Ich lehne die Redigierung meiner Texte ab und habe wenig Zeit. Doch zurück zur Realität.

VIELEN DANK FÜR DAS LEBEN von Sibylle Berg (von der ich nur deshalb nicht „von der großen Sibylle Berg“ spreche, weil der Text über das Buch nicht dem Verdacht der Tendenziösität unterliegen soll).

Der Zukunftsentwurf des Hermaphroditen Toto, zu dick, zu groß, im Suff gezeugt, ist kein schimmernder Stern am rabigen Himmel der Möglichkeiten und wenn Sibylle Berg auch wieder und wieder bekundet ein „gndenloser Optimist“ zu sein, so schwant mir schon bei der Passierung des Inhaltsverzeichnisses, dass es hier nicht zum honigmondigen Funfinale kommen wird. So fehlgeleitet bin ich.

Ein Kreißsaal kalt, die Hebamme voller Verachtung, Schmerzen, Klappern, Licht flackert, die Erwartungen bei Null komma Null und so geht es los und so geht es weiter. In einem warmen Nest aus Rosenthaler Kadarka und Bärenblut wächst er… heran. Immer wieder die lakonische Erinnerung an die Leserschaft, dass es hier nicht um Knab oder Dirndl geht, sondern um quasi beides. Damit man sich niemals zurecht finden möge, wie Toto, die die Verwirrung viel weniger verwirrt als die von der Festlegung gepeinigte Leserschaft. Toto wird verkauft, verraten, im Zug stehen gelassen, zugemüllt und wird ausgenutzt und abgeschoben, dass es eine wahre Pracht ist. Und Toto möchte nicht daran zerbrechen. Toto macht immer weiter. Mit seinem Leben, mit neuem Vertrauen, vertäuen, einholen der Segel, verweilen. Der Kern wird nie belastet, nie zerstört, nie dem ausgesetzt, was all die Betrachter und Betrachterinnen drumherum, auch die Leserschaft, als Übelkeit erkennen. Das macht Toto zur Größe und weil wir das nicht akzeptieren können, wird aus dem Größten der größte Trottel. Weil wir dann bescheid wissen, wie wir das unterhalb unseres eigenen liederlichen Wahrnehmungspegels halten können. Weil wir mit Mitleid umgehen können, nicht aber mit Toleranz. Aber Gnade sei dem, der Mitleid nicht dankbar empfängt. VIELEN DANK FÜR DAS LEBEN ist ein Buch über den Unterschied von Leben und Wahrnehmung von Leben. Wie wir uns nicht vorstellen können, dass das Leben in Trötbach nicht der Untergang ist, dass Müll oder nicht Müll eine Definition ist, dass Empfindung immer auch die Empfindung der anderen ist. Wie ist ein Toastbrotleben auf dem sich die ganze Last von Wurst in Mickymausform ausgebreitet hat? Finde es heraus, denn die kluge Autorin öffnet die Pforten der Wahrnehmung ein klitzekleines bisschen. Man kann einen Blick erhaschen und womöglich die richtigen Schlüsse ziehen. Diese Gelegenheit gibt es nicht oft. Man wird sich am Ende Fragen was Scheitern überhaupt ist und ob es das so überhaupt gibt.

„Toto steht für alle die sich am Rande sehen. Für alle die sich zu dick fühlen, zu dünn, zu homosexuell.“ sagt Sibylle Berg und am Ende stellt sich die Frage ob der vertraurisierte Anblick einer Geschichte auch tatsächlich eine traurige Geschichte ist, weil der Protagonist sein Leben anders wahr nimmt, als die vom Mitleid zerfressenen Betrachter, deren Lebensmittelpunkte die Hörigkeit und die Dazugehörigkeit sind. Vor solchen Vergehen am Platz in der Gesellschaft hat schon Nietzsche gewarnt und nur die wenigsten haben es begriffen.

ABER


Es gibt eine nächste Chance:

VIELEN DANK FÜR DAS LEBEN von Sibylle Berg ist erschienen beim Hanser Verlag.

Kartoffeln gratis

Wir bringen ja ein Magazin hinaus. Das haben wir früher kostenlos in Wiesbaden und Umgebung verteilt, dann nach der dritten Aussöhnung der letzten Meketrex-Bittsteller haben wir es in unseren Shop gestellt, wo es trotz Designawardüberschüttung gerade so die Druckkosten einspielt. Es ist ja eher ein Wahnsinn, aber es dient der Zurschaustellung unserer Vorstellung eines schönen Magazins zum Thema Heimat. So würden wir das machen, wenn wir das so machen sollen. Wir, Stijlroyal Design & Strategie. Es macht außerdem Spaß, kurz vor dem Nervenzusammenbruch und am Rande des Bandscheibenvorfalls auch mal ein Hobby zu haben. Ich gehe ja aus Gründen nie so richtig angeln und Kegeln kann ich nicht.

Eines Tages, so nach der Ausgabe 11, wo uns Frau Happyschnitzel auf bezaubernde Weise über Ihr umfangreiches Wiesbaden-Wissen aufklärte, fragten mich immer öfter Menschen, die ich auf Twitter kennen und lieben gelernt hatte, was es denn mit dem Magazin auf sich habe und ob sie nicht mal was dafür schreiben dürften/sollten/könnten. Ich fand das gut, und wir wechselten die Magazin-Paradigmen und das Heimatmagazin ging einen anderen Weg. Und damit alles sein Sinn macht, frug ich dann auch weitere Twittersleut, ob sie für Stijlroyal Heimatmagazin schreiben würden. Und zwar, das war der Haken: gratin.

Viele sagten „ja“ und waren total happy ob meiner immer etwas verklemmten Anfrage. Manche antworteten auf meine Anfrage gar nicht. Niemals sagte aber jemand, er schrübe nicht nicht, wegen des Mammons. Vielleicht macht man das ja nicht, weil, das wirkt ja immer gleich geizig und uncool. Lieber sagt man gar nichts. Ich habe aber aus vielen Gründen sehr viel Verständnis dafür, wenn man seine Arbeit nicht kostenlos abliefern will. Stijlroyal als Firma oder ich als Privatier mache auch hin und wieder meine Arbeit für ohne Bezahlung. Aus benefizösen Gründen oder weil ein Projekt einfach kein Budget hat und auch keine kommerziellen Absichten, dafür aber Hilfe braucht. Manchmal ist das einfach so und dann machen wir das, wir tun müssen. Aber im Großen und Ganzen wollen und müssen wir Geld verdienen mit diesen lieblichen Kitzekleinigkeiten wie schreiben, grafizieren, Ideen haben und Bildchen knipsen. Auch wenn viele Menschen denken, dass uns das so unfassbar viel Spaß macht und aus dem Ärmel geschüttelt wird, dass wir das auch gerne immer und immer wieder in unserer ohnehin schon großzügig bemessenen Freizeit tun könnten, ganz gleich was für eine Finanzmogulität hinter dem Projekt steht, für das wir das machen. Wenn der Beruf Spaß macht, dann kann man den auch kostenlos machen. So denkt oder wünscht es sich so mancher.

Beim Magazin ist da so eine Sache. Ich habe schon empörteste Reaktionen erhalten, weil ich Leute nicht gefragt habe, ob sie für unser Magazin schreiben wollen. Bis hin zum Bruch der ohnehin am seidenen social-Plattform-Faden hängenden Freundschaft. Da ich aber im Vorfeld gar nicht so genau weiss, wer jetzt gerne für das Magazin schrübe, frage ich einfach, meistens per DM (denn dann hat man ja wenigstens eine ganz winzige Verbindung zu den jeweiligen Leuten) oder auch mal via Facebook, Leute an, von denen ich denke, dass sie da gut reinpassen würden. Und weil die erste Anfrage kein Roman sein darf, so steht die Tatsache, dass das ein No-budget-Projekt ist, erst immer irgendwo im Briefing und wirkt für manchen vielleicht doch schließlich enttäuschend.

Das tut mir leid.

Man soll aber nicht böse sein und sich unter Druck gesetzt fühlen. Jeder angefragte Autor, jede angefragte Autorin darf ohne weiteres absagen und ich bin dann immer noch so voller Liebe und spendiere beim nächsten Treffen auch gerne ein Bier oder so. Wer für das Stijlroyal Magazin schreibt, drückt lediglich seine Freude und sein Wohlgefallen an unserem kleinen Projekt aus und ist mit uns. Niemandem wollen wir weismachen, dass es ein Sprungbrett oder „Deine Chance“ sei, im Heimatmagazin zu schreiben. Die meisten Menschen verdienen mit Schreiben ihr Geld und ich könnte wetten, dass die meisten kein Konto auf den niederländischen Antillen besitzen und auch selten auf russischen Milliardärsmessen rumhängen. Die Idee, dass Hinz und Kunzin zu einem von uns ausgedachten Thema ihren wundervollen Senf dazu geben und vielleicht die Kurzweiligkeit eines Tweets auch mal in 4.000 Zeichen transportieren, ist immer noch der Motor all meiner komischen Anfragen, die manchmal und halbjährig in einigen Postfächern für Erstaunen sorgen.

Vielleicht habe ich ja jemanden vergessen. Dann soll man mir eine Mail schreiben oder das hier in den Kommentaren kund tun. Völlig gratin für alle Beteiligten. Oder, was auch supi wäre, wenn man mir eine klitzekleine Reaktion auf meine Anfrage schrübe, dann wüsste ich nämlich, dass das die Technik funktioniert und müsste nicht… oder, nein, das wahrscheinlich zu viel verlangt. Vergessen Sie das. Entschuldigen Sie bitte, dass ich manchmal den Überblick verliere oder die Begrifflichkeiten verwechsle, ich mein’s nicht so.

 

 

Foto Gratin: © photocrew – Fotolia.com

Megaquitzchenmittwoch

Klar, es ist Hochsommer und es ist Megaquitchenmittwoch und alle dürfen quitzen, nur ich darf erst im Advent mitmachen und „muss“ dann über die Comics eines Bekloppten schreiben. Dafür hat aber die Frau die Famiienehre gerettet und extra dafür einen Comic gelesen und ihre Gedanken ins Internet getippt. Sie schrieb es in ihr Blog, weil das offenbar die taktische Marschroute des Comicladens Unfug und seinem langjährigen Mitarbeiter Quitzi aus Berlin ist.

Heute geht es um einen, wie kann es auch anders sein, Samurai-Hasen. Denn Samurai-Hasen ist DAS ganz große Thema im Leben der Kiki Haas. Doch lesen Sie selbst: hier!