Fußi-EM 2016 / Eröffnungsspiel

Eröffnung bedeutet Hoffnung. Dass niemand anschlägt und der allgemeine Chauvinismus sich ein bisschen… ach naja. Man hofft ja oft so viel und reichhaltig. Da kommt das Ministerium für Hoffnung mit der Arbeit gar nicht hinterher.

Wenn also heute um 21:00 Uhr in Saint-Denis im Stade de France die Begegnung Frankreich gegen Rumänien, von keinem geringeren als dem 1-fachen japanischen Skisprungweltmeister im Skisprung Viktor Kassai aus Ungarn angepfiffen wird, heißt es wieder hoffen auf den „richtigen“ Ausgang der Begegnung. Ich habe mich früher (und manchmal auch noch heute) oft gefragt, was Gott eigentlich macht, wenn jetzt Franzosen und Rumänen gleichsam beten, man möge doch bittschön das Spiel gewinnen. Wird dann am Ende ausgelost oder ganz streng zusammengezählt? Der Rumäne, rein christentechnisch vom Sozialismus noch geschwächt, hat da natürlich keine Chance gegen die aus dem Land, wo Gott ja im Prinzip wohnt. Oder nimmt Gott gar keinen Einfluss auf die Begegnung und die Menschheit muss da schon selbst klar kommen? Oder hat Nietzsche Recht?

Also nun. Da das ja bei der WM im eigenen Brasilien so gut geklappt hat, habe ich mich nun wieder hinreißen lassen, auch dieses Jahre weise Voraussagen für jeden verdammten Spieltag hier hinein zu schreiben. Bei hinterherigen Spielanalysen habe ich immer Angst zu versagen. Angst vor dem Franzosen. Angst vor Frédéric Valin und davor, dass ich die zahlreichen (2) Accents in seinem Namen nicht richtig setze. Angst vor dem blonden Engel. Angst, Angst, Angst. Wenn ich aber vorher ein Spiel analysiere, bevor es überhaupt geschehen ist, dann kann ich hinterher immer sagen, ich hab’s nicht so gemeint. War doch Spaß. War doch Ironie. So habe ich seinerzeit das Halbfinalspiel Deutschland : Brasilien mit 5:1 getippt. Jahaha, da haben sie mich alle ausgelacht. Aber der Tipp war doch eventuell gar nicht so schlecht.

Also jetzt Frankreich gegen Rumänien. Und Zidane schweigt.  Spielt Just Fontaine eigentlich noch mit? Hier, ich frag ja nur. Also ich glaube das ist klar. Frankreich gewinnt 14:2 und ich kann auch belegen, warum das so sein wird. Da ist zunächst der quirlige Olivier Giroud, Kollege von Mesut Özil beim FC Arsenal. Der ist immer für 11-12 Tore pro Begegnung gut. Außerdem haben die Franzosen was gut zu machen, und den Rumänen fehlt einfach seit 16 Jahren ein Gheorghe Hagi. Da ist so gut wie nichts zu löten. Außerdem ist Alexandru Maxim erst neulich mit dem VfB Stuttgart abgestiegen. Habe ich schon den Namen Paul Pogba genamedroped? Nein? Paul Pogba. Ich glaube, das wird nichts. Andererseits sind die Franzosen sicher alle ganz aufgeregt. Überall Soldaten und der nicht abgeholte Müll, der sich in den Straßen stapelt. Wie sieht das denn aus? Da hat man als Gast doch gleich schon kein Bock mehr. Und das weiß der Franzose. Ich sage immer „der Franzose“, weil das so schön chauvinistisch und herablassend klingt. So drücke ich mein ironisches Verhältnis zum Chauvinismus und zur Herablassung gleich im ersten EM-Blogeintrag aus und alle wissen Bescheid. Ich werde auch dieses Spiel, so wie alle anderen Spiele dieser EM, zuhause mit der geliebten Frau (Haas) schauen und jede öffentliche Veranstaltung dazu meiden. Ich mag mir keine Landesfarben ins Gesicht schmieren. Ich mag auch nicht mit Leuten in zu engen Nationaltrikots und Funktionssandalen im Biergarten sitzen. Schon alleine, weil ich Bier verabscheue. Und biertrinkende Menschen in Funktionssandalen… na, da sollten Sie mich mal sehen, wie ich da umgehend ins angrenzende Gebüsch kotze. Lieber schaue ich mir zusammen mit fussballdaten.de und Wikipedia und natürlich der Frau und Erdbeeren und Popcorn und Kirschbrause das Spiel an und will mich fragen, was sich Didier Deschamps und Anghel Iordănescu bei ihrer Aufstellung gedacht haben oder ob sie nicht anders konnten. Frankreich hat ja, bis auf 1938, immer den Titel geholt, wenn sie zuhause gespielt haben, also wird das das erste mal sein, dass das nicht so sein wird. Da geht das Endspiel nämlich… ach… das verrate ich aber erst am Vorabend des 10. Juli 2016. Machen Sie sich auf was gefasst.

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