K-ENGURU

Jetzt muss ich wieder. Ich hatte gestern keine Zeit. Ich hoffe Frau Popinga konnte noch jemals ins Bett gehen. Ich zerbreche noch an diesem Druck, doch leider, leider muss ich sehr, sehr hart arbeiten. So hart wie es ein Designfuzzi nur kann. Ist man als Designfuzzi nicht gleichzeitig auch Medienfuzzi? Das habe ich nicht gewollt. Ach, es ist doch auch scheißegal was ich wollte.

England gegen Uruguay. Zu meiner Zeit, also zu der Zeit, da ich noch jung und unverbraucht war, bedeutete das: Kick & Rush vs. Kick & Kick. Die Uruguayaner galten aus irgendwelchen Gründen, als miese Hackertruppe, die einzig und alleine zum Zwecke der Butgrätsche den Platz betrat. Ich habe vergessen warum. Jeder hat seinen Platz in der Geschichte. Deutschland fährt mit Panzern und Pickelhaube auf den Platz, die Franzosen sind gute Liebhaber und der Pole ist faul. Für die Urus lief es mal anders. 1924 und 1928, damals war die Goldmedaille bei olympischen Spielen das Größte was man als Mensch, außer vielleicht der Mondlandung und/oder John Lennon zu sein, erreichen konnte, da spielte ein gewisser Herr José Leandro Andrade groß auf und wurde aufgrund seiner langjährigen Mitgliedschaft bei der CDU „Das Schwarze Wunder“ genannt. Anschließend, nachdem Jules Rimet endlich die Weltmeisterschaft erfunden hatte, wurde Uruguay Weltmeister, nahm 1934 und 1938 aber beleidigt nicht mehr an der Weltmeisterschaftsendrunde teil und wurde dann 1950 ebenso beleidigt wieder Weltmeister, aber auch nur weil Deutschland (zu recht) nicht mitspielen durfte. Danach wurde es ruhig um das Land und man trat für die Rechte des Schabrackentapirs ein, der Uruguay in den kommenden Jahrzehnten zu enormen Reichtum verhelfen sollte. Zeitweise lebten in Uruguay mehr als 700 Milliarden Tapire. Der Tapir trat meist in großen Herden an, die jährlich Ausscheidungen von 700 Billiarden Tonnen hinterließen. Um der Lage Herr zu werden, entwickelte der Urugayese eine Strategie, die dem Tapir das Tapirblut in den Tapiradern gefriereren ließ. Schon 1951 feierte nämlich der erste McTapir in Montevideo feierliche Urständ. Seine Eingangstüren waren über und über mit Tapiren besetzt, in den Fritteusen wurde mit Trappistentapiröl frittiert. In kurzer Zeit gab es in fast jedem Land große Tapirbratereien und sogar in Moskau eröffnete 1987 die erste von inzwischen über 300 moskowitischen Tapirbratereien. Der Boom hielt an, bis 2001 weltweit die Tapirblase platzte und binnen weniger Wochen sämtliche Tapirbratereien von McDonalds aufgekauft und an Griechenland verscherbelt wurden. Uruguay war am Ende. Doch das Ende hielt nur kurz an, denn schon am 11. November 2002 besannen sich die Uruguayer wieder auf das was sie am Besten können: Das Blasen von Bimmeln für Eiswagen.

Uruguay hat dennoch heutzutage keine Chance mehr gegen England, seit Michel Houellebecq für die sogenannten Inselaffen mitspielt. Ich glaube das muss jedem klar sein. Ja klar, das weiß der Uruguayer ja auch. Da hat er keine Chance. So leid es mir auch tut. England gewinnt 1:0 durch drei Tore von Daniel Sturridge. Wie dieser auf den ersten Blick paradoxe Umstand zu erklären ist, erfahren Sie nächste Woche, wenn England Weltmeister ist.

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