Maggi Fix für Achtelfinalteilnahmen

Jetzt habe ich so lange „Desert Car Kings – Traumautos im Wüstensand“ auf DMAX geschaut, dass mir fast sogar ein bisschen schlecht ist. Ich glaube 78% aller Menschen, die in diesem Fernsehbeitrag durch die Kamera liefen, hatten eine Waffe dabei.

Mir ist immer noch schlecht. Kennen Sie den Satz „Ich habe noch eine halbe Tüte Chips im Schrank.“? Ich nicht. Letzte Woche war ich ja noch der Meinung, dass Deutschland (ich hasse diese Fliege, die mir soeben in den Mund geflogen ist) gegen Ghana verlieren sollte. Jetzt aber denke ich, sie sollten das Spiel lieber gewinnen. Der Ghaneser (es heißt übrigens Ghanaer) hat das Nachsehen. Aber womöglich hätten wir ansonsten kommende Woche so eine Endspielsituation mit Jürgen Klinsmanns Mannen und da wäre ich gar nicht so für. Orrr, dann würde er seine Mannschaft wieder kaputt motivieren und seine Adern träten aus seinem Hals, wie bei so einem Grillhähnchen und er würde schwitzen, wie die Ricola-Finnen in einer Sauna in Zürich. Und am Ende würden sich die glorygloryhallelujaseienden US-Boys auf irgendwelche Tugenden und Wurzeln besinnen und ach… das möchte man doch auch nicht. Man möchte doch nicht gegen die USA ausscheiden. Man möchte ja auch nicht von einem Putzlappen verprügelt werden.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal ein begeisterndes WM-Fußballspiel einer afrikanischen Mannschaft ohne Beteiligung von Roger Milla gesehen hätte. Man muss da schon Africa Cup kukken. Ja, und den Rest an Kampfgeist und Spiefreude haben dann Winfried Schäfer und Berti Vogts dem Kontinent genommen. Müssen Sie auch immer lachen, wenn Sie an das Trainergespann Berti Vogts, Thomas Häßler und Uli Stein denken? Nein? Ich auch nicht. Während Hans-Hubert Vogts und Uli Stein die ganze Zeit beleidigt in einer Eisdiele in Abuja rumhingen und über die Pünktlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs lästerten, lag Thomas Häßler alleine auf seinem Bett unter einem Fliegennetz und hörte auf einem alten TPS-L2-Walkman mit leierndem Laufwerk Melodie Rock-Sampler seines eigenen Melodie Rock-Label. Ich sehe blühende Landschaften. Und übrigens geht es jetzt um Ghana und nicht um Nigeria. Da denkt der dauerleidende Eintracht Frankfurt-Fan (also ich jetzt) natürlich gleich an vergangene Zeiten, als Anthony Yeboah in 123 Spielen für die Eintracht, 68 Tore geschossen hat, wie so ein Gerd Müller. Was war das schön. Ich muss gleich heulen. Ich glaube ja, dass Kevin-Prince Boateng nicht richtig mitspielen darf, weil er, statt sich gefühlsmäßig ins Mannschaftsgefüge einzufügen, lieber alleine rechts hinten in der Ecke sitzt und auf seinem iPod Melodie Rock hört. Das kommt quasi nicht gut an bei Kwasi Appiah. Weil, so toll ist der auch wieder nicht, denkt der sich und wie er dem Ballack damals die Chance nahm sein 197. Finale in Folge zu verlieren, das war schon arg. Das fand Kwasi Appiah, damals noch ein kleiner Junge, der in einem Beamtenviertel am Fuße des Mount Afadjato vor seinem TV-Gerät den Vorgang genau verfolgte, sich weinend in seiner Michael Ballack-Bettwäsche wälzend schwor, dass er es dem Boateng eines Tages heimzahlen würde. Am 21. Juni 2014 war es soweit. Kevin-Prince Boateng spielt von der ersten Minute mit, verwechselt sich mit seinem eigenen Bruder und schießt 7 von 24 Toren für Deutschland zum 24:23. Anschließend setzt er sich in einen bereits bereitstehenden Bus, fährt nach Karlsruhe, nimmt mit dem bereits händereibend wartenden Icke Häßler das Melodie Rock-Album „It’s a little bit funny, wobei die Betonung auf little liegt“ auf und kauft sich von seinem Honorar eine Texasbar in Karlsruhe-Durlach. Bitte setzen Sie jetzt auf 24:23 für Deutschland.

 

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