Frau Sommer auf der re:publica

Zuallererst sollte ich gestehen, dass mir die Netzaktive Welt der sogenannten Nerds fremder ist als allen Anderen, da ich wahrscheinlich die einzige Besucherin der re:puplica13 gewesen bin, die weder bei Facebook noch bei Twitter mitmischt. Mir als analoge Person, ist die Welt der digital Aktiven neu. Bisher wusste ich nicht allzu viel damit anzufangen und war mit dummen Vorurteilen beladen. Dort angekommen erlitt ich einen Kulturschock und musste mich erst einmal neu sortieren.

Seit der re:puplica13 ist mein Horizont erweitert und ich kann mir vorstellen zu twittern. Ich habe Freunden und Bekannten Facebook empfohlen und will digital aktiver werden. (Vielleicht – oder doch sicher. Es scheitert bisher an der Namensfindung meines Twitteraccounts, ich schwanke zwischen „dieBekehrte“, „dieEhemalsAnaloge“ und dem Einfall der bisher noch nicht ins Hirn gesprungen ist.)  Die Vielfalt der Möglichkeiten, die das Internet bietet, sind nahezu erschlagend und das arbeitet noch nach.

Die vielen Besucher waren gar nicht so schlimm nerdig, wie ich mir sie vorgestellt habe, meine Vorurteile sind ungerechtfertigt. Nur wenige Besucher trugen dicke Hornbrillen und der allergrößte Teil der Besucher war gepflegt, individual stilisch und gewaschen. Sie sind kommunikativ, auch im echten Leben und haben außer ihrer Netzaktivität noch anderen Interessen (Yoga, Schwimmen, Stricken, Nähen, Essen, Trinken, Reisen, Skaten, Surfen, etc.). Ich dachte Twitterer, Facebookler und all diese Netzaktiven seien sozial vereinsamte Menschen, die sich ausschließlich aus der Anomymität des Netzes heraus wagen zu agieren und sonst unerkannt bleiben wollen. Dem ist nicht so. Es bestehen vielfältige Anliegen und diese werden in verschiedener Art und Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und es wird Fläche zum Austausch geboten.

Außerdem muss auch nicht alles was Spaß macht direkt sinnvoll sein. Es sind nicht selten die von Sinn befreiten Dinge, die mir das Leben wert machen und mich inspirieren. Tweets lesen sich für mich wie Kneipensprüche, mal mehr, mal weniger gescheit und oftmals unterhaltsam. Wenn man sich in Echtzeit über einzigartige Dinge (z.B.: das Zimmermädchen/Film) austauschen will, kann man das über die sozialen Netzwerke der Neuzeit. Der Sinn ist gering, aber die Unterhaltung und der Austausch einzigartig und genial. Impulse schaffen sinnvolle Sinnlichkeithaftigkeit und fördern Kreativität.

Gänsehaut hatte ich wegen der politischen Blogger aus Teilen der Dritten Welt, die an Netzwerken zur Verbreitung von Bildung arbeiten und ihre Projekte vorstellten. Die Bedeutung des Netzes für diese Menschen ist enorm.

Gut finde ich auch, dass die Netzgemeinde als Instanz aufklärt und auf verschiedene Gegebenheiten aufmerksam macht. Gut ist, dass der mannigfaltige Haufen von intelligenter Kompetenz unabhängig ist, sich gegenseitig beobachtet und kontrolliert bzw. kommentiert. Nirgends ist der Kommunikationsfluss so breit und schnell und aktuell aber auch so infam und spaßig.

Ich bin froh, da gewesen zu sein und dankbar für den Einblick in die Welt der Digitalen und gehe nun bereichert auch durch die vernetzte Welt.

Nana dieEhemalsAnaloge oder dieBekehrte oder WieAuchImmer

(Autorin Nana Sommer)

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