Meinung Nr. 2f

Neulich sah ich eine fürchterliche Sendung, mit einem fürchterlichen Moderator und da war ein von mir sehr geschätzter und auf eine gewisse Weise lieb gehabter Meinungshaber und ein 32-jährige Moderator kurz vor dem Karriere-Durchbruch und sie hatten beide eine Meinung und der Sohn des Nazis Baldur von Schirach oder war es der Enkel, der Neffe, der Halbneffe, ein entfernter Bekannter, ich weiss es nicht, der auf jeden Fall hatte der auch eine NSA-Meinung und ich dachte, schade, dass man zur NASA nicht auch mal eine Meinung hat. Die NASA will ja, so bilde ich mir ein, hat es mal Jesco von Puttkamer in einem Interview gesagt, die Marspole mit schwarzem Staub bestäuben. Anschließend soll sich dann aufgrund von physikalischer oder chemischer, gar biologischer, um nicht zu sagen religiöser Vorgänge eine Atmosphäre bilden und kurz darauf, nach maximal 10 Millionen Jahren, kann man den Mars besiedeln und besudeln. Da sollte man mal was zu sagen. Stell Dir doch mal vor, das machen die. Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Ich bin mir übrigens relativ sicher, dass „Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt“ ein koreanisches Sprichwort ist. Anders kann ich mir das nicht erklären. Aber auch dazu wird es viele Meinungen geben. Auf jeden Fall hat der Jungmoderator dem offiziell anerkannten Meinungshaber in der Fernsehsendung sinngemäß gesagt, dass ihm das mit der NSA egal sei, weil, er könne ja eh nichts dran ändern und außerdem programmiere er seit seinem elften Lebensjahr zu Hause am Computer Dinge und so habe ihn das alles nicht überrascht. Jedenfalls so ungefähr. Der aufstrebende Jungmoderator hätte dem Millionenpublikum sicher lieber von seiner künftigen Fernseh-Sendung erzählt, aber nein, der Meinungsmacher und der Urgroßneffenonkelenkel von Baldur von Schirach sowie der fürchterliche Moderator wollten unbedingt über die NSA reden. Ich beginne innerlich zu schreien und taumle (innerlich) durch meinen inneren Western-Saloon vor Wut, wenn ich nur überlege wie erbärmlich es von der, die sie alle Mutti nennen, ist, dass sie sich tatsächlich wagt, sich erst über das NSA-Dings aufzuregen, nachdem sie festgestellt hat, dass sie selbst betroffen ist. Da hätte ich ja dann lieber das Maul gehalten, besonders wenn man schon auch sonst keine Meinung hat. Aber daaaaaaaaaaaa wird sich natürlich echauffiert. Und dann muss man sich die und ihre Kumpels auch noch den ganzen Tag im Fernsehen anschauen und wie sie aus geradezu unfassbaren Gründen Abgasnormen… ach egal…

Ja, man muss ja gar nicht fernsehen. Mach ich ja auch nicht. Nur manchmal. Aber dann auch nur Dokus über Island oder Usbekistan oder Töpfereien im Westerwald oder Apfelsorten aus dem Alten Land oder über Berlin-Zehlendorf. Jetzt gerade läuft irgendwas mit Aerobic, dafür kann ich aber nichts, es ging eben noch um die Berliner Mauer. Und ich höre manchmal Phil Collins, aber nur die Platten aus der Zeit ohne Phil Collins. Zu Phil Collins habe ich eine wahnsinnig langweilige Meinung. Meiner Meinung nach ist Phil Collins noch lange nicht der Gipfel der Geschmacklosigkeit, so dass ich es unvernünftig finde, ihn als Bespiel für schlechten Musikgeschmack aufzuführen. Da gibt es doch viel schlimmere Musikbestien. Ich bin mir sicher, Phil Collins findet es auch scheiße, dass die NSA Kanzlerinnen abhört. Ich bin mir irgendwie noch sicherer Phil Collins weiß gar nichts von diesem Vorfall. Der sitzt doch auf seinem Landsitz auf einem Massage-Sessel und starrt die Enten auf seinem $-zeichenförmigen Teich an. Dem sind wir doch scheißegal. Meine Meinung. Da wird sich der kleine Mann auf der Straße ja auch mal aufregen dürfen. Das ist doch Scheiße, auf deutsch gesagt. Die da oben machen doch was sie wollen. Was bleibt einem denn noch, wenn die Raubritter vom Finanzamt einen bis aufs Blut ausgesaugt haben? Und es heißt das Blog, verdammte Scheiße. Wir sind das Volk. Keine Macht den Banken. Schafft Springer ab. Schafft am besten alles ab. Börner du Papierflieger, lauf doch.

„Geld ist wie Blut aus Papier.“ (Mike Tyson)

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