Atomium d’amore

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Wie ich Twitter entnehmen konnte, hat heute Nazideutschland gegen Portugal gewonnen. Man könnte mal erwähnen, wie das so ist, wenn man seine Leidenschaft einfach nicht fanatischen, nationalistischen Arschlöchern überlassen und sich genauso wenig über ein und den selben Kamm mit diesen Arschgeigen scheren lassen will. Es wurde viel gepöbelt und politisch eingeordnet. Ich heiße ja längst nicht alles gut, was Fußballfans so alles veranstalten um Gehör zu finden. Aber irgendwie. Einer war der Ansicht, dass Leute die, auch aus mir unerfindlichen Gründen und zum Anlass einer Begegnungsgewinnung in ihrem Sinne, mit Böllern böllern, die Böller in der Hand explodieren sollten. Ich, der Böller als eine der unsinnigisten und am verboten gehörendsten Erfindungen der Gegenwart hält, würde dennoch vielleicht und eventuell auch zu recht, solcherlei gewaltsorieniertes Deppengewünsche in die Kategorie gewaltorientiertes Deppengewünsche einordnen und das tue ich hiermit auch entschieden. Aber das soll dann gesunder Menschenverstand sein. Es stirbt halt nie aus, das Gedumme. Schade nur, dass es von der theoretisch gutgemeinten Seite oft ähnlich dummt, wie von der von vorne herein eher nicht so wirklich optimal gedacht und gemachten Abteilung der Kackdenker in Farbe und Form.

ABER

Nun möchte ich mich aber hier wieder und unermüdlich, der von meiner geliebten Frau angezettelten Idee, meinem gnadenlosen Fußballauskennertum freien Lauf zu lassen und mich über ein ausgewähltes Spiel von morgen in unerbittlicher, nostradamusesker Weise zu nähern. Belgien gegen Algerien. Da Belgien ja Weltmeister wird (abgesehen davon, dass Deutschland natürlich Weltmeister wird, wenn nicht England Weltmeister wird) wird Belgien erstmal gegen Algerien verlieren. Damit die aufwachen, die Belgier. Damit die sich in einer Geist von Spiezmäßigen Situation zusammenraufen und dann wie Phönix aus der Asche dem Restprogramm zeigen, wo der Barthel das Trappistenbier holt. Die Algerier gewinnen 5:0. Nicht zuletzt weil die Algerier Spieler wie… äh… in ihren Reihen… (tapp tapp tapp tapp tapp blamm wegfahrgeräusch).

Geld schießt keine Tore. Und weil ja die Herren um Kevin De Bruyne, Vincent Kompany und Daniel Van Buyten schon auch mit den Temperaturen nicht zurecht kommen, weil… na weil es halt Belgier sind, die ja in Belgien wohnen, wo es von morgens bis abends regnet. Das kennt man ja aus diversen Comics. Aber dann, wie weiland die Pommes- und Burgeressenden Dänen die Europameisterschaft 1992 von hinten aufgerollt haben, werden die noch pommesessenderen Belgier ebenso dies in einer Art und Weise tun, dass einem Hören, Sehen sowie das der Geruchssinn vergeht. Dies alles kann ich sagen, weil der eigentlich Checker der Fußballberichterstattung Fred Valin sich dafür entschieden hat, ein paar Tage der Fußballberichterstattung fernzubleiben. Endlich: Weltherrschaft! Denn: Egal wie ich ein Spiel sehe, wie ich es voraussage, wen ich gut oder schlecht finde, wo ich ein Talent sehe oder wo ich felsenfester Überzeugung bin, dass ich jetzt aber wirklich, voll überlegt und mit extrem viel Ahnung einen Sachtatbestand erkannt haben will, Frédéric Valin behauptet das Gegenteil. Das kann er auch, weil er alles über den Fußball weiß, während ich eine arme Stadiobratwurst bin, die kurz vor dem Anpfiff aus der Senfpappe in den Sand gefallen ist und nun von einem zufällig vorbeistreunden Hund mit der feuchten Nase vor sich her geschubst wird. Aber diesmal weiß ich bescheider als er. Diesmal habe ich die Nase vorner. Diesmal wird alles genauso kommen, wie ich es voraussage. Algerien wird gegen Belgien 5:0 gewinnen und zwar durch fünf Eigentore des in der 65. Minute eingewechselten Axel Witsel.

Und nun legen Sie sich im Schlafsack vor ihr lokales Wettbüro, warten bis es öffnet und setzen Sie mindestens einen Monatslohn und Ihr Ferienhaus auf Saltkrokan auf alles was ich gesagt habe.

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Ein Gedanke zu „Atomium d’amore“

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