Fußball-Weltmeisterschaft – 18. Juni 2018 – #SWEKOR #BELPAN #TUNENG

Folgendes: Ich habe keine Lust mehr! Nicht mal, weil die Deutschen unter den Nationalmannschaften sich aufgeführt haben wie der FC Bayern am letzten Spieltag, wenn die Meisterschaft schon vor 27 Spieltagen feststand. Sondern weil mein Aufgeführe hier im Blog mit Wunschergebnissen mal ein Ende haben muss. Und zwar ein jähes Ende. Was ich hier mache, hat ja mit einer gesunden Einschätzung nichts zu tun. Es ist Fun. Ich weiß, dass man mit dem Fußball keinen Fun machen darf, aber, hier, ich mach’s trotzdem. Natürlich hatte ich große Sorge, dass Mexiko so spielt, wie ich es mir in meinen Träumen bereits ausgemalt habe. Nämlich mit Spielleidenschaft, Verliebtheit in den Ball, gerne dran sein, Torjubel was ganz Phantastisches finden und trotzdem einen Plan haben. All das hatten die Mexikaner und all das fehlte der Mannschaft, von der ich gut und gerne immer behaupte, die seien ich, also wir. Wir haben aber verloren, und da werde ich mich jetzt nicht distanzieren. Aber ich will nicht unken. Schließlich, und das sollte hier keinesfalls unerwähnt sein, bin ich der unsportlichste Mensch auf dem Planeten und ich weiß sehr wohl, dass sogar die Mannen aus Saudi-Arabien einen besseren Fußball spielen, als ich es je tat, auch als ich noch laufen konnte. Aber trotzdem: SO KANN ES NICHT WEITERGEHEN!!! Meine Meinung zu unserer Mannschaftsaufstellung am Sonntag gegen Schweden werde ich dann zeitnah verkünden. Hans-Joachim, zieh dich warm an!

ABER

SCHWEDEN vs. SÜDKOREA
Jan Olof „Janne“ Andersson kann froh sein, dass Zlatan „Satan“ Ibrahimović nicht mitspielt. Ich habe vergessen, warum das so ist. Aber nun hat Schweden die ganz große Chance, als Mannschaft aufzutreten. Mannschaft, das ist das Gefüge, was DIE „Mannschaft“ nicht so richtig hinbekommen wollte. Sie sollte sich schämen. Aber Schweden, die ich nicht so stark einschätze als wie die Mexikaner, hat eine Qualifikation gespielt, die sich mehrfach auch untenrum gewaschen hat. Fragen Sie mal die Niederländer* und die Italiener. Na ja, die Niederländer haben ja anderswo ihre Punkte gelassen. Aber fragen Sie die mal. Gehen Sie doch mal nach Italien mit einem Wikingerhelm auf dem Kopf und fragen Sie mal jemanden, wie sie das finden, dass sie jetzt zuhause bleiben dürfen*. Und nun also fährt Zlatan nicht mit und Andersson kann sich Sprüche wie „Hör mal, Meister, du hast mir gar nichts zu sagen – geh in dein Büro und schreib Briefe“ ersparen. Fragen Sie doch mal Aloysius Paulus Maria „Louis“ van Gaal wie das so war damals™. Muaahaha Aloysius … wer nennt denn sein Kind Aloysius?!?!?? Na ja, auf jeden Fall kann ich da jetzt auch keinen herausheben, ich habe auch gar keine Lust. Ich habe ja Angst, dass die jetzt total überzeugend spielen und man bis Sonntag kein Auge mehr zumachen kann und dass wir dann im Achtelfinale gegen Brasilien … Ach was, Achtelfinale … von wegen … (HEULKRAMPF). Ich könnte mich zum Beispiel über den Namen von Mikael Lustig lustig machen, aber das wäre ja dann auch die unterste Schublade. Quasi ein Schlag ins Kontor, an alle, die an mich geglaubt haben. Viele sind es ja nicht.

Mal was ganz anderes: Soll ich meine Putentraumtimebrezel eigentlich jetzt schon essen oder erst in der eigentlichen Putentraumtime?

Wir fahren im Sommer ja nach Schweden, ich werde die dortigen Einwohner dann mal fragen, wie das so ist, wenn man Schwede ist. Womöglich alter Schwede. Wie findet man sich denn, wenn man in so einem angenehmen Land lebt, das sich dann aber auch dachte, och nee, Flüchtlinge, lieber nicht. Mal sehen. Wir werden berichten. Aber erstmal trägt sich das Spiel hier folgendermaßen vor: In der 15. Minute besinnt sich nämlich Marcus Berg, dass er mal jemand war, also er noch beim HSV* … äh … als er noch bei Panathinaikos Athen gespielt hat. Da war Feuer drin im Spiel und Pep. 72 Tore in 112 Spielen sind auch in Griechenland eine Marke. Er wird sich denken, ich bin doch noch jung, ich kann noch was erreichen. Zum Beispiel könnte er noch mal in Stoke City ganz neu anfangen und mit denen direkt wieder in die Premiere League aufsteigen. Wussten Sie eigentlich, dass sowohl der Dartspieler Phil Taylor als auch der Musiker und Entertainer Robbie Williams aus Stoke-on-Trent stammen? Das kann doch kein Zufall sein. Na ja, auf jeden Fall, während also Marcus Berg von Stoke City träumt, schlenzt er lässig, wie es seinerzeit nur Schlenzalot war, den Ball relativ verträumt in den Kasten von (sagen wir mal) Kim Seung-gyu. Und dann wird er sich wieder erinnern, wer er einmal war: Nämlich Svarte-Marcus, in Anlehnung Filip „Svarte-Filip“ Johanssons. Ja, wie romantisch ist das denn?!? Zudem wird sich ein gewisser Sebastian Bengt Ulf Larsson am Torreigen gegen die in der ersten Halbzeit völlig überforderten Südkoreaner beteiligen. Er wird sagen: „Hier Marcus, komm nach England. Da ist immer was los. Ich weiß es, ich wohne dort schon seit meinem 16. Lebensjahr und es lohnt sich. Die Weiber, verstehste …!“ und dann wird sich Marcus Berg das alles nochmal überlegen. Allerdings nur bis zur 72. Minute, denn da wird Heung-min Son nach einer Vorlage des Schafskopfkumpels von Lukas Podolski Jung Woo-young den Schweden derart einen reinmachen, dass denen der Fisch vom Knäckebrot fällt. Und dann ist Polen offen. Die Koreaner sind erwacht und die Mitglieder der Mannschaft, die mehr Trainer im Stab haben als Spieler, machen einen nach dem anderen … na ja … das ist wohl ein bisschen übertrieben … sie machen noch einen rein. Aber woher zum Teufel soll ich wissen, wer da die Tore schießt. Ich kenn mich doch mit Fußball überhaupt nicht aus. Gehen Sie bitte weiter. Es gibt hier nichts zu sehen. Das Spiel geht aber trotzdem 2:2 aus. Merken Sie sich das!

BELGIEN vs. PANAMA
Ich muss um 17 Uhr leider einen Termin wahrnehmen, den ich ausgemacht habe, als ich kurz geistig umnächtigt nicht an die WM und an Belgien gedacht habe. Ich wollte unbedingt sehen, wie sich der Geheimfavorit Nummer 1, der er ja seit 1986 quasi immer ist, so gegen den Geheimfavorit Nummer 11.392 schlägt. Also in einer Killerqualifikationsgruppe waren die Belgier ja mit Griechenland, Bosnien und Herzegowina, Estland, Zypern und Gibraltar nicht gerade. Aber hören* Sie sich doch mal folgende Namen an: Vincent Jean Mpoy Kompany, Thomas Vermaelen, Kevin De Bruyne, Mousa Sidi Yaya Dembélé, Marouane Fellaini-Bakkioui, Michy Batshuayi Tunga*, Eden Michael Hazard, Romelu Lukaku, Dries Mertens. Na, klingelt da was? Das sind so viele wohlklingende Namen, dass die zusammengenommen direkt schon wieder eine Mannschaft ergeben. Könnte also sein, dass dies wirklich die güldene Generation ist. Warten wir’s mal ab. Gegen das kleine Phantomtor-Panama kann man sich eventuell schon mal warmschießen, aber dann höre ich mich wieder sagen: Es gibt keine kleinen Gegner mehr. Jetzt mal von Kanonenfutter-Deutschland abgesehen. Die Panamaer werden auf Zack sein. Auch sie wollen sich nicht blamieren. Wer will das schon, mal von Blamagen-Deutschland abgesehen. Sie werden kämpfen und den Belgiern eins ums andere Mal in die Parade fahren. Das wird nicht so einfach, wird Roberto Martínez Montoliú mahnen, doch die Mannen um Kevin De Bruyne sind da schon wieder mit ihren Gedanken wo ganz anders. Wo kann ich leider nicht verraten. Um ehrlich zu sein, weiß ich es auch nicht. Das Spiel geht aber 3:0 aus. Und zwar durch Tore von Lukaku und Dries Mertens in der 55. und in der 58. Minute und dann in der 92. Minute, nachdem er erst in der 91. Minute engewechselt wurde, was komisch ist, denn warum wechselt man, wenn man 2:0 führt, einen Stürmer ein, ich hätte da eher Toby Alderweireld gebracht, aber der steht ja schon auf dem Platz. Komisch ist es also trotzdem, aber Michy Bashuayi macht dann das 3:0 und die Belgier können sich wieder ihrer eigentlichen Bestimmung widmen: Pommes frites essen. Ich liebe Belgien. Also an sich. Das Land. Die darin sich befindende Gegend und die Menschen. Gute Nacht!

TUNESIEN vs. ENGLAND
Jetzt muss ich leider wieder träumen. Ich träume schon seit geraumer Zeit, dass England mal so richtig überzeugt bei einer WM oder auch bei einer EM oder wenigstens einfach mal so. Aber es will und will nicht gelingen. Aber jetzt. Heute ist der Tag. Heute wird Tunesien weggeputzt. Ich habe sogar eine englische Fahne (und damit meine ich keine Bierfahne) rumliegen, die werde ich heute Abend zücken und damit herumfuchteln. Ich sage nur Daniel Nii Tackie Mensah „Danny“ Welbeck und ich sage Harry Edward Kane. Desweiteren sage ich Trent Alexander-Arnold (der seltsamerweise nicht aus Stoke-on-Trent stammt). Und ich sage noch Gary James Cahill, Gary James Cahill und natürlich (Hey!) Jamie Richard Vardy!!! Das sind nur einige Namen, die erahnen lassen, dass England eine MANNSCHAFT ist/hat, ganz im Gegenteil zu Kein-Bock-Deutschland. Eine Mannschaft, die nicht nur aus Trunkenbolden und torschützenköniglichen Neidhammeln (“Football is a simple game. 22 men chase a ball for 90 minutes and at the end, the Germans always win.”) besteht. Das ist toll. Ich freu mich so. Leider sagen mir die Tunesier gar nichts. Keine Ahnung. Der Trainer und Nachfolger des Polens Henryk Kasperczak, Nabil Maaloul, hat mal Ende der Achtziger in Hannover gespielt.

ABER ENGLAND …

Ach, das wird toll. Obgleich ich ja immer ein Fan der sogenannten kleinen Mannschaften bin. Aber England war ja auch immer eher klein, wenn man mal ehrlich ist. Und heutzutage ist ja niemand mehr klein, mal von Gartenzwerg-Deutschland abgesehen. Also wird das ein Spiel von Inzwischen-erwachsen-sei-England gegen Auch-gar-nicht-mehr-so-klein-denn-immerhin-qualifiziert-Tunesien. Und da kommt aber die große Stunde von England. Es wird das bisher beste Spiel der WM. Und Harry Kane, ich weiß, es ist so einfach, das zu behaupten, aber Harry Kane macht hier 4 Tore, wann und wie, kann ich in meiner grenzenlosen Euphorie nicht sagen, denn ich bin geblendet von meinen kühnen Träumen, aber Harry Kane macht den Ball rund. Und außerdem schießt der noch nie ein Länderspieltor geschossene habende Jordan Brian Henderson sein erstes Länderspieltor zum 5:0-Endergebnis und alle sind fröhlich, sogar die Tunesier, denn die sagen sich ja „Dabei sein ist alles!“, und dabei sind sie ja, das kann man nicht leugnen. Endlich England! Sie werden uns noch viel Freude bereiten. Und ich will jetzt lieber nicht lesen, was der von mir (eigentlich) sehr geschätzte Frédéric Valin darüber schreiben wird.

* Ironiefähchen

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