Kartoffelsalat mit Salz – Tag 052

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Kennen Sie das, wenn Ihnen überhaupt nichts ein … fäll … t … Nein, natürlich nicht. Ihnen fällt ja immer was ein. Und dann schreiben Sie es einfach auf Twitter und blicken gebannt auf die Anzahl der Favs, die Sie für Ihren (wahrscheinlich kessen, lustigen und gewitzten) Einfall erhalten. Davon leben Sie. Das ist Ihr Elixier. Gratuliere. Ich habe sowas nicht. Mir fällt oft nichts ein. Aber ist das dann ein Grund, dies nicht trotzdem niederzuschreiben? Ich glaube nicht. Denn sehen Sie nur, wie meine Finger über die Tastatur meines Computergerätes tanzen, als wollten sie nie aufhören zu tanzen. Als seien sie zum Tanzen geboren.

Haute cuisine für Meganormalos.

Meganormalos. Ich habe diesen Begriff schonmal am 31. Januar 2004 verwendet. Und am 11. Juni 1995, da allerdings tippelte ich ihn in word.txt. Das war noch auf DOS-Basis. Ich habe lange Zeit gedacht, Windows setze sich nicht durch und alles das dann doch tat, kaufte ich mir einen Mac. Und ich dachte jeweils, das fällt dann nicht so auf, dass ich eher auch nur mit Wasser köchle, wenn ich Meganormalos schreibe. Dachten tat ich immer viel. Was habe ich schon alles gedacht. Ich habe zum Beispiel im gleichen Jahr gedacht, es sei eine super Idee, mir bei Aldi 6 Tetra-Packungen „Rotwein“ zu kaufen, die ich quasi auf ex in mein Leibesinnere spritzte, um anschließend auf die sogenannte Rolle zu gehen. Wenn man in Friedrichshain zu Berlin in gewisse Spelunken ging, dann fiel das gar nicht auf, dass man grad nicht wusste, wie man jetzt so genau heißt. Es hat einen ja auch keiner gefragt. In Berlin brauchte man keine Freunde, man brauchte nur Typen*innen, neben die man sich setzen konnte und mit denen man um 13:30 Uhr noch in den Nachbarstadtteil getorkelt ist, um „so früh doch noch nicht heimzugehen!“. Damals hätte ich nicht gedacht, dass da neben mir mal Mme. Kiki liegen täte, die in eine Mischung aus Telefon und Fernsehapperat schaut. Oder, dass ich zur Arbeit in ein ehemaliges Pfauenhäuschen gehen würde. Oder, dass Apple mal so eine beschissene Tastatur in so ein teures Gerät verbauen würde. Oder, dass der Mann mit der hohen Stirn im Fernsehen „ferngesteuerte Vibratoren“ sagen würde. Oder, dass man eine Eismaschine in der Küche stehen hat. Oder, dass ich mal Fan von Decken werden könnte. Oder, dass es mal eine Cola ohne Zucker geben täte, die sogar schmeckt. Oder, dass die Bassboxen im Auto so deep sind, dass die Fenster beim Musikhören vibrieren (und damit meine ich nicht die Fenster des Autos). Oder, dass in meinem Büro ein Drucker steht, mit dem man DIN A1-Plakate ausdrucken kann. Oder, dass ich mein eigenes Magazin rausbringe. Oder, dass ich, ausgerechnet ich, mal fünf Sorten Sojasauce im Schrank stehen haben täte. Oder, dass mir jetzt tatsächlich nichts mehr einfällt.

Ich liebe Sie trotzdem.

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