Perfektion ist eine Illusion – Tag 31

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Also was ich damit sagen will, heute war fast wie gestern. Nur, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich an dieser Normalität teilnehmen kann, die die „Regierung“ ausgerufen hat, solange man noch kein Mittel gegen diese Krankheit gefunden hat. Ich kann das nicht riskieren. Was passiert eigentlich nächste Woche oder am 4. Mai? Rennen die Idiot*innen dann alle gleichzeitig in den Baumarkt und dann zum Friseur und in den Puff? Nein, großes Sooorry. Das ist mir nicht geheuer. Im Prinzip haben wir uns (die Frau und ich) hier eingerichtet. Menschen ohne vorheriges aufwändiges, gegenseitiges Agreement zu befummeln, war noch nie so unser Ding. Distanz ist was ganz Wundervolles. Man kann sich doch auch so guten Tag sagen und was muss man sich auch dauernd anfassen. Hände waschen ist eh ein schöner Zeitvertreib. Und ansonsten, die viele Fahrerei und die komplizierten Abstimmungsprozesse, Staustehereien und Hotelbuchungen, nur um jemandem in Hamburg zu sagen, dass man sich ja mal eine Mail schreiben kann, war ja auch nie so zu Ende gedacht.

Aber mal was ganz anderes: Jemand™ müsste dringend mal die Bezahlung von Kurierfahrer*innen überdenken. Wenn wir jetzt einem Kurierfahrer Trinkgeld geben wollen, dann schreckt der entsetzt zurück und verlässt eilig, mit quietschenden Reifen, das Anwesen. Da müssten wir nochmal an unserer Körpersprache arbeiten. Auch Trinkgeld an der Haustür befestigt, mit einem Hinweis, dass dort also Trinkgeld befestigt ist, wurde noch nie in Anspruch genommen. Wir sind aber dran. Denn Kuriere und Lieferanten sind für mich der Weihnachtsmann, der Nikolaus, St. Martin, Stan Libuda, Gandhi und der Osterhase in einem. Ich brauche sie. Und nicht etwa aus Gründen der Bequemlichkeit.

Aber mal was ganz anderes: Seit wann trägt Markus Söder eigentlich Permanent Make-Up. Das steht ihm … äh … gar nicht schlecht. Und es passt zu seiner Augenfarbe „Pudelstuhl“, die mir an ihm auch noch nie aufgefallen ist. Jetzt aber bin ich abgelenkt von der außergewöhnlichen Schön- und Klugheit eines Christian Lindner. Er sieht ja nach wie vor aus wie Ronan Keating in nicht ganz so hübsch. Und … aaah … seine Worte wabern an mein Ohr, wie eine Schüssel Dampf. Und wenn Ranga Yogeshwar spricht, sieht Christian Lindner aus, wie Boris Becker vorm Geldautomaten. Hervorragend. Hier wird Politgeschichte geschrieben. Ich schaue natürlich live, während ich das hier schreibe, eine Fernsehsendung namens „Maigret Illgner“. Ich fand den 1990 irgendwie besser. Nur bei der Frisur, da hat er zugelegt. Aber jetzt … psst … der kommende Bundesadler spricht: Prof. Dr. Dr. Christus Drosten. Leider habe ich nicht mitbekommen, was er gesagt hat, aber er sieht müde aus. Ich war früher mal extrem multitaskingfähig, wie so eine Frau, aber inzwischen, wo der Kalk schon von den Wänden rieselt wie weiland in den Mønsted-Kalkgruben … äh … wer sind Sie?!?

Aber mal was ganz anderes: Ich habe eine Glühbirne, die flackert wie Feuer. Auch hier muss ich die Menschheit wieder lobend hervorheben, denn da hat sie ganze Arbeit geleistet. Christian Lindner spricht für die Digitalisierung. Ich werde ihn wählen. Markus Söder hat heute im Videotext „gesagt“, dass „Geisterspiele“ „denkbar“ seien. Wobei „denkbar“ in „Anführungstrichelchen“ da stand. Ich nehme an, dass das Wort „denkbar“ für ihn zu abstrakt ist. Also es wäre für ihn „theoretisch“ „denkbar“, wenn er „denken“ könnte, „Geisterspiele“ „durchzuführen. Ich bin extrem vom Fußballvirus befallen seit dem Halbfinale Polen vs. Deutschland (bei der WM im eigenen Land im Jahre 1974). Ich habe seither kein einziges Fußballspiel weltweit verpasst. Wenn es jetzt plötzlich gar keinen Fußball mehr gäbe in diesem Jahr, dann fände ich das mal was ganz anderes. Das kann man doch mal machen. Die Chance ist doch jetzt da. Zum Beispiel die Spieler der Eintracht (aus Frankfurt) (am Main) könnten sich endlich mal so richtig ausruhen.

Aber mal was ganz anderes: Christiane Hoffmann vom Spiegel ist mir so unangenehm wie schlecht gewordene Milch, nur dass ich schlecht gewordene Milch nicht unsympathisch finde und mich das, was schlecht gewordene Milch sagt, nicht so aufregt. Ganz im Gegenteil, früher, als ich noch arm wie eine Kirchenmaus war, da habe ich oft nächtelang mit schlecht gewordener Milch in der Küche gesessen, wir haben eine Reval ohne Filter nach der anderen geraucht und von früher geschwärmt. Wobei nur die schlecht gewordene Milch geschwärmt hat, denn ich fand immer und zu jeder Zeit früher™ scheiße. Ich fand meine Geburt scheiße, die Einschulung, die Ausschulung, jeden meiner 26 Umzüge in 21 verschiedene Wohnungen, die Pubertät fand ich scheiße, Armut scheiße. Immer nur jetzt ist super. Aber was soll denn jetzt dieser scharfe Ton am Ende dieses doch so wundervollen, klugen und sensiblen Blogposts? Peinlich, peinlich. Jetzt stell ich das einfach schnell online, bevor ich’s mir anders überlege. Mut zur Lücke. Rechtschriebfhler sind da, um gemacht zu werden. Perfektion ist eine Illusion. Atombusen, nein Danke!

Ich liebe Sie.

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