Was reimt sich auf Dösen? – Tag – 066

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Also zum Beispiel Ösen reimt sich auf Dösen? Naja, den Rest können Sie sich ja denken. Es ist jetzt also der 66. Tag nachdem wir uns entschieden haben, ins Home Office zu gehen. Ich weiß gar nicht, ob ich da schon dachte, dass das noch sehr lange gehen wird. Immerhin dachte ich, dass es 999 Tage dauern kann, da ja die Reihe quasi 3-stellig angelegt ist. Ich weiß leider auch nicht mehr, wie wir hier leben würden, wenn es Corona nicht gäbe. Würden wir dann jetzt in die Disko gehen? Oder in den Opel-Zoo? Würden hier Leute rumhängen und Bong rauchen oder Schnaps. Rauchen. Würden wir Fleischberge weggrillen und Feuerzangenbowle saufen? Oder Swingerclubs, würden wir in Swingerclubs rumlungern? Ganz sicher nicht. Ekelhaft. Oder in Plastiktüten atmen oder Tennis spielen. Ich wünschte, ich würde mich für Tennis interessieren. Das ist ein Lied der Band Tocotronic, aber es trifft auf mich zu. Ich hab 1x Tennis gespielt und 0:6 0:6 0:6 verloren. Ich habe aber nicht aufgeben und den Stiefel runtergespielt. Der Herr, mit dem ich da spielte, wollte unbedingt 3 Gewinnsätze spielen. Das sei dann spannender sagte er. Ich habe, glaube ich, einen Punkt gemacht, weil er bei meinem Aufschlag gelangweilt seine Fingernägel betrachtete und dann keine Lust mehr hatte mittels Becker-Hecht sich dem Ball zu ereifern. Das war’s aber auch schon mit Tennisspielen. Aber Daviscupveranstaltungen habe ich mir angeschaut. Irgendwas mit Tomáš Šmíd. Wir standen da im Goldsteintal am Auto eines Typens, der mal eine Flasche Bailey’s auf Ex getrunken haben soll. Daher hieß er Bailey. Da lief im Radio Daviscup und es dauert bis ins Morgengrauen, bis ein gewisser Michael Westphal sein Match gewonnen hat. Oder so. Keine Ahnung. Oder Hartford/Connecticut im Jahre 1987. Da spielten mal die Herren Boris Becker und John McEnroe 126 Stunden am Stück Tennis miteinander. Das war sehr aufregend. John McEnroe ist übrigens in Wiesbaden geboren. Und beim Wimbledon-Sieg Boris Beckers in Wimbledon stand ich im Café Plantage neben einem Typen namens Boris. Das war total verrückt. Und einmal, kann ich mich erinnern, spielte ein gewisser Michael Chang gegen Ivan Lendle so komisch Tennis, dass der Reporter ständig das Wort “ Mondbälle“ in den Mund nahm. Aber fragen sie mich nicht. Ich glaube Michael Chang hatte Krämpfe und lag bisweilen auf dem Boden herum und seine Aufschläge waren so wie die bei mir, wenn ich Federball spielte.

Edgar

Das mit Michael Chang konnte ich nicht genau sehen, denn ich musste meinem Beruf des Zivildienstleistenden nachgehen. Mein Chef hieß mit Vornamen Edgar. Sein Vater hieß Edgar. Sein Sohn hieß Edgar. Sein Frettchen hieß Edgar. Einmal ließ ich das Frettchen frei, weil es mir so leid tat. Aber am nächsten Tag kehrte es freiwillig in seinen winzigen Käfig zurück. Da dachte ich, du saudummes Ding, dann halt nicht. Ich stand bei Edgar sofort im Verdacht. Er hasste mich. Ich schor mir daraufhin die Haare ratzekahl ab und schrieb hinten auf meine Bomberjacke „Viva Hate“. „Viva Hate“ hieß das erste Album des Sängers Morrissey, lange bevor er eine Art Dandynazi wurde. Ich habe die Band The Smiths sehr verehrt. Naja, Edgar und ich schenkten uns gegenseitig nichts. Eines Tages sollte ich in einem geschlossenen Raum Holzpflöcke mit Beize beschmieren. Als ich zu Dienstschluss aus dem Räumchen torkelte, war ich beizvergiftet und von der Anmutung war es in etwa so, wie wenn man zu viel Muskatnuss gegessen hat. Haben Sie schonmal Muskatnuss gegessen? Also nicht gegessen jetzt, sondern getrunken. Als Tee? So war das damals. Und auf einem Ausflugsdampfer am selben Abend lernte ich dann eine Dame kennen, die war Ärztin, sah aber zum Zeitpunkt der Dampferfahrt aus, wie eine verrückte Nymphomanin der 20er Jahre. Aber die sagte zu mir: “ Ich kann Dir helfen!“. Und das tat sie auch. Shout out an die freundliche Nymphomanin Ärztin von damals. Sie hat mich gerettet von Edgar. Als der Zivildienst bei Edgar beendet war, da zahlte er mir die Abfindung aus Rache in 10-Mark-Scheinen aus. Ooooh, dachte ich, was für eine fürchterliche Rache, mir ist ganz schwummi vor Angst. Ich kaufte mir Schnaps für das Geld.

Wenn ich damals gedacht hätte, naja, macht ja alles nix, eines Tages sitzt Du da herum, hast 1 gut gehende Firma, immer 1 Zupfkuchenjoghurt im Kühlschrank, machst mit einem Comicladeninhaber 1 Podcast namens keine.vision, hast Dein eigenes Magazin und Deine Frau ist wohlgeraten, da hätte ich gesagt, naja, das mit der wohlgeratenen Frau ist doch wohl in höchstem Maße unrealistisch.

Aber ich liebe sie.

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